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Fall Lisa Montgomery in den USA Sie tötete eine Schwangere und stahl das Baby - nun soll sie als erste Frau seit 67 Jahren hingerichtet werden

Lisa Montgomery in einem Polizeifoto
Montgomery nach ihrer Festnahme im Jahr 2004
© AP Photo/Wyandotte County Sheriff's Department / Picture Alliance
2004 hat die US-Amerikanerin Lisa Montgomery eine Schwangere ermordet. Das Baby schnitt sie ihrem Opfer aus dem Bauch. Später gestand sie. Nun soll sie hingerichtet werden. 

Hinweis: Dieser Beitrag erschien zuerst an dieser Stelle bei RTL.de

Keine Gnade, kein Aufschub mehr für Lisa Montgomery: Die einzige Frau, die in einer US-Todeszelle einsitzt, soll am 12. Januar hingerichtet werden. Dies entschied ein Berufungsgericht des Bezirks Columbia. Sollte das Urteil vollstreckt werden, wäre sie die erste Frau, die seit 67 Jahren in den Vereinigten Staaten hingerichtet wird. Lisa Montgomery ermordete 2004 eine Schwangere und schnitt ihr das Baby aus dem Bauch.

Montgomerys Anwälte wollen lebenslange Haft statt Todesstrafe

Ursprünglich sollte die Mörderin bereits am 8. Dezember im Bundesgefängnis in Terre Haute im US-Bundesstaat Indiana durch eine Giftspritze hingerichtet werden. Der Termin war verschoben worden, weil Anwälte Montgomerys sich mit Corona infiziert hatten und ihre Mandantin nicht besuchen konnten.

Nun entschied ein Berufungsgericht, dass es falsch gewesen sei, deswegen die Hinrichtung aufzuschieben und legte als neuen Termin den 12. Januar fest. Montgomerys Anwälte wollen die Hinrichtung weiter verhindern und versuchen zu erreichen, dass die Todesstrafe in eine lebenslange Haftstrafe ohne Möglichkeit zur Bewährung umgewandelt wird, Als Begründung führen sie an, dass Montgomery psychisch schwer krank sei.

Scheidender Präsident Trump bricht mit Tradition

US-Medien zufolge versucht die Regierung Trump kurz vor dem Ende ihrer Amtszeit, möglichst viele Hinrichtungen vollstrecken zu lassen. Erstmals in der Geschichte der USA hätten die Bundesbehörden mehr Vollstreckungen angeordnet als alle US-Bundesstaaten zusammen.

Hinrichtungen nach der Ablösung eines Präsidenten sind in den USA nicht üblich. In den vergangenen 131 Jahren ließen scheidende US-Präsidenten keine Hinrichtungen mehr vollstrecken.

Lisa Montgomery wollte Baby ihres Mordopfers als ihr eigenes ausgeben

Das Gewaltverbrechen ereignete sich im Dezember 2004. Montgomery, die in Kansas lebte, fuhr zum Haus der schwangeren Bobbie Jo Stinnett in Missouri – unter dem Vorwand, einen Welpen kaufen zu wollen. Nachdem ihr ahnungsloses Opfer sie hereingelassen hatte, spielte sich ein echter Albtraum ab: Montgomery würgte Stinnett, bis die das Bewusstsein verlor. Dann schnitt sie mit einem Küchenmesser den Bauch der im achten Monat schwangeren Frau auf, um das Baby herauszuholen.

Während der Prozedur kam ihr Opfer noch einmal zu Bewusstsein und versuchte noch, die Täterin abzuwehren. Doch Montgomery würgte ihr Opfer erneut – diesmal, bis Stinnett starb. Dann floh die Mörderin mit dem Baby, das sie als ihr eigenes ausgeben wollte. Doch sie flog auf und gestand die Bluttat.

Zuletzt wurde 1953 in den USA eine Frau hingerichtet

2007 wurde Montgomery von einem Gericht in Missouri zum Tode verurteilt. Seitdem sitzt die Täterin im Gefängnis. Sie versuchte mit mehreren Gnadengesuchen, die Vollstreckung des Todesurteils aufzuhalten. Doch alle Gerichte, die sich mit dem Fall beschäftigten, bestätigten die Todesstrafe.

Die letzte Hinrichtung einer Frau auf Bundesebene in den USA fand 1953 statt. Damals wurde Bonnie Heady in einer Gaskammer getötet. Sie wurde wegen Entführung und Mordes an einem sechs Jahre alten Millionärssohn verurteilt.

RTL / Rös

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