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Black Lives Matter: Kentucky: Unbekannte erschießen Mann während Gedenken für getötete Schwarze

In Louisville in den USA haben Unbekannte bei einer Demonstration zum Gedenken an die im März getötete Afroamerikanerin Breonna Taylor einen Mann erschossen. Kurz darauf wurde eine weitere Person getroffen. Die Hintergründe des Vorfalls sind unklar.

Ein Schild auf einer Demonstration mit dem Spruch "Justice for Breonna Taylor"

Ein Schild auf einer Demonstration mit dem Spruch "Justice for Breonna Taylor" (Gerechtigkeit für Breonna Taylor) (Archivfoto)

AFP

Bei einer Demonstration gegen Rassismus im US-Bundesstaat Kentucky ist ein Mann erschossen worden. Wie die Polizei mitteilte, ereignete sich der Vorfall am Samstagabend (Ortszeit) im Jefferson Square Park im Zentrum der Stadt Louisville. Zeugen hätten noch versucht, bei dem angeschossenen Mann Erste Hilfe zu leisten. Er sei jedoch noch am Tatort verstorben. 

Weitere Person angeschossen

Einen weiteren Zwischenfall mit Schüssen habe es kurze Zeit später vor einem Gerichtsgebäude in der Innenstadt von Louisville gegeben, meldete die Polizei weiter. Dabei sei ein Mensch verletzt worden. Er wurde den Angaben zufolge mit schweren, aber nicht lebensgefährlichen Verletzungen ins Krankenhaus gebracht. Wie viele Schützen es gab, war unklar. Auch zu den Opfern machte die Polizei keine weiteren Angaben.

Die Vorfälle ereigneten sich Medien zufolge während einer Gedenkveranstaltung für die Afroamerikanerin Breonna Taylor. Die 26-Jährige war im März während eines Polizeieinsatzes in ihrem Haus erschossen worden. Ihr Freund hatte sich laut den Berichten einen Schusswechsel mit den Beamten geliefert. Sie geriet dabei offenbar zwischen die Fronten und wurde tödlich getroffen.

Der Bürgermeister von Louisville, Greg Fischer, erklärte seine "tiefe Trauer angesichts der Gewalt". Im Vorfeld der Anti-Rassismus-Kundgebung hatte Fischer rechte Gegendemonstranten aufgefordert, sich von dem Protest im Jefferson Square Park fernzuhalten. Zuvor hatte die Lokalzeitung "Louisville Courier Journal" berichtet, dass "bewaffnete Patrioten-Gruppen" planten, den Anti-Rassismus-Demonstranten entgegenzutreten.

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In Louisville gibt es bereits seit Wochen Demonstrationen im Zusammenhang mit dem Tod Taylors. Zusätzlich befeuert wurden die Proteste durch den gewaltsamen Tod des Schwarzen George Floyd bei einem brutalen Polizeieinsatz in Minneapolis Ende Mai, der landesweit Massenproteste gegen Polizeigewalt und Rassismus ausgelöst hat.

rw / DPA / AFP