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Urteil in Atlanta, Georgia Mann schießt Freundin in den Kopf – doch sie merkt es erst einen Monat später

Bereits in der Vergangenheit soll der Mann seine Freundin misshandelt haben
Bereits in der Vergangenheit soll der Mann seine Freundin misshandelt haben. Außerdem war wegen eines sexuell motivierten Angriffs vorbestraft.
© US-Behörden
Es klingt unglaublich: Ein Mann in den USA hat seiner Freundin in den Kopf geschossen und sie danach erfolgreich belogen, dass ihre Kopfverletzung von einem Autounfall herrühren würde. Nun wurde der Mann verurteilt.

Ein 39-Jähriger aus dem US-Bundesstaat Georgia ist zu einer langen Haftstrafe verurteilt worden, weil er seiner Freundin in den Kopf geschossen hat. Das teilte der zuständige Staatsanwalt aus Atlanta mit. Kurios an dem Fall: Die 42-jährige Frau überlebte das Attentat und wusste über einen Monat lang nicht, dass sie von einer Kugel getroffen wurde, weil der Schütze ihr eine andere Version der Ereignisse erzählt hatte.

So schildern die Behörden den Fall: Das Opfer und ihr damaliger Freund fahren Ende 2017 gemeinsam in einem Auto und streiten sich. Die Frau am Steuer kann sich nur noch erinnern, wie auf einmal ihre Scheibe zersplittert, dann verliert sie das Bewusstsein. Als sie wieder zu sich kommt, sitzt sie mit ihm in seinem Wagen. Sie fahren zu seiner Mutter, wo er ihre Kopfwunde versorgt und ihr erzählt, sie habe sich an den Splittern der Scheibe verletzt. Über einen Monat klagt die Dame daraufhin über starke Kopfschmerzen, Gedächtnisprobleme sowie Schwierigkeiten beim Gehen und Sprechen, wird aber bei keinem Arzt vorstellig. Schließlich bringt ein Bekannter sie ins Krankenhaus, wo bei einer Untersuchung das Projektil in ihrem Schädel gefunden wird.

Der hinzugerufenen Polizei sagt sie, sich nicht daran erinnern zu können, beschossen worden zu sein. Allerdings erinnert sie sich an den Streit und das zerbrochene Fenster den Monat zuvor. Die Polizisten verhören daraufhin ihren Freund, der behauptet, die Frau habe ihr Auto gegen einen Baum gefahren. Die angebliche Unfallstelle stimmte jedoch nicht mit seinen Schilderungen überein und die Ärzte versicherten, dass die Verletzung am Kopf des Opfers von einem Schuss herrührte. Daraufhin wurde ein Haftbefehl gegen den Mann ausgestellt. Festgenommen wurde er jedoch erst mehr als ein Jahr später, im Januar 2019, nachdem die Beamten einen Tipp zu seinem Aufenthaltsort bekommen hatten und er sich mehrere Stunden in einem Haus verschanzt hatte, ehe er sich stellte.

USA: 25 Jahre Haft für Schuss in Kopf

Der Mann war zuvor bereits 13-mal verhaftet und 2010 wegen eines sexuell motivierten Angriffs verurteilt worden. Die Richterin verurteilte ihn wegen schwerer Körperverletzung mit einer tödlichen Waffe sowie Waffenbesitzes als verurteilter Schwerkrimineller zu einer Freiheitsstrafe von 30 Jahren. Die letzten fünf davon soll er auf Bewährung wieder in Freiheit verbringen dürfen.

Die Kugel im Kopf der Frau konnten die Ärzte bis heute nicht entfernen, weil eine Operation zu riskant wäre, so das Büro des Staatsanwalts.

Quellen: Fulton County District Attorney's Office / CNN / "The Independent"

fin / tkr

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