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Klage gegen Silicon-Valley-Investor Millionär soll Frau 13 Jahre lang als Sex-Sklavin missbraucht haben

Der Silicon-Valley-Investor Michael Goguen sitzt lächelnd auf einer Couch
Der Silicon-Valley-Investor Michael Goguen muss sich wegen Missbrauchsvorwürfen vor Gericht verantworten. Er selbst verklagte das mutmaßliche Opfer wegen Erpressung
© Picture Alliance
Als Geldgeber half Michael Goguen unter anderem Firmen wie Google auf die Beine - nun steht er in Kalifornien vor Gericht. Der Vorwurf: Er soll eine Frau jahrelang erniedrigt und missbraucht haben. Das mutmaßliche Opfer will nun 40 Millionen US-Dollar.

Die Vorwürfe gegen Michael Goguen wiegen äußerst schwer: Mehr als 13 Jahre lang soll sich der millionenschwere Risikokapitalgeber aus dem Silicon Valley eine Frau als Sex-Sklavin gehalten und dieser das Leben zur Hölle gemacht haben. Nun verklagt die Frau namens Amber Laurel Baptiste den Geschäftsmann Goguen vor einem kalifornischen Gericht auf 40 Millionen US-Dollar, wie unter anderem die "New York Post" berichtet.

Kennengelernt haben sich Baptiste und der Anleger, der bis vor Kurzem für eine Firma arbeitete, die unter anderem Google und Paypal in deren Anfängen mitfinanzierte, dem Bericht zufolge in einem Stripclub in Texas im Jahr 2001. Sie sei damals als 15-Jährige von Menschenhändler aus Kanada in die USA gebracht worden, um dort als exotische Tänzerin zu arbeiten, gab Baptiste demnach gegenüber den Richtern an.

Opfer musste Goguen offenbar mit "Herrscher" ansprechen

Goguen habe ihr damals versprochen, sie vor den Menschenhändlern zu schützen und ihr eine Ausbildung zu ermöglichen. Als Gegenleistung soll er Sex verlangt haben - offenbar der Beginn von Baptistes mutmaßlichem Martyrium. So soll der Finanzexperte die Klägerin über die gesamten Jahre "sexuell und körperlich" missbraucht haben, behauptete deren Anwalt. Unter anderem habe Goguen Baptiste zu erniedrigenden Sexpraktiken, etwa stundenlangem Analverkehr, gezwungen. Auch habe sie ihn als "König" und "Herrscher" ansprechen müssen. Laut Anklage erniedrigte Goguen sein Opfer selbst dann noch, als es weinend bettelte, dass er aufhören solle.

Offenbar der traurige Tiefpunkt: Bei einem besonders brutalen Übergriff soll Baptiste eine mehrere Zentimeter lange Risswunde im Analbereich davongetragen haben. Goguen habe sie anschließend jedoch trotz innerer Blutungen auf dem Boden des Hotelzimmers liegen- und sich selbst überlassen haben.

Damit Baptiste den Vorfall nicht publik machte, soll der Investor ihr damals 40 Millionen US-Dollar Schweigegeld angeboten haben. Tatsächlich überwies Goguen, der parallel ein bürgerliches Leben mit Frau und Kindern führte, zunächst ein Viertel der Summe. Weil es aber dabei blieb, entschied sich Frau zur Klage.

Goguen verklagt Opfer wegen Erpressung

Goguen, den der Skandal inzwischen seinen Job gekostet hat, bestritt vor Gericht nicht, dass er und Baptiste eine sexuelle Beziehung gehabt hätten. Der Sex sei aber stets im beiderseitigen Einverständnis gewesen. Dass Baptiste ihn verklagt, hat in seinen Augen einen ganz anderen Grund. Demnach sei die Frau regelrecht von ihm besessen. Als Beleg legte er dem Gericht laut "New York Post" mehrere E-Mails und Textnachrichten vor, in denen Baptiste ihn mit "meine wunderschöne Liebe" oder als den "süßesten Mann der Welt" bezeichnet und vom "unglaublichen Sex" schreibt. Zudem soll sie ihm noch 2013 Bilder von sich in Dessous geschickt haben - versehen mit dem Wunsch, dass sie ihn gern öfters sehen würde.

Baptiste sei nicht nur sehr eifersüchtig auf seine Frau gewesen, behauptete Goguen, auch habe sie ihm mit Rache und Rufschädigung gedroht, als er sich von ihr trennen wollte. Auch deshalb sei ihm damals nichts andres übrig geblieben, als die zehn Millionen US-Dollar zu zahlen. Sie habe sich damit aber nicht zufrieden gegeben und stattdessen immer mehr Geld verlangt.

Goguen, der seinerseits Baptiste nun wegen Erpressung verklagt, beschrieb sie laut dem Bericht als "eine verschmähte Frau" und als ein Opfer "ihrer eigenen Illusionen". Es steht also Aussage gegen Aussage. Den Richter steht noch viel Menge Aufklärungsarbeit bevor. 

mod

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