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US-Bundesstaat Washington: Mutter verhindert Schulmassaker, indem sie ihren eigenen Sohn anzeigt

Das war sicher ein sehr schwerer Schritt: Eine Frau aus dem US-Bundesstaat Washington hat entdeckt, dass ihr eigener Sohn womöglich einen Anschlag in einer Schule plant und den 17-Jährigen der Polizei gemeldet.

Ein leerer Klassenraum

Eine Schule in Walla Walla im US-Bundesstaat Washington sollte womöglich Ziel eines Anschlages werden (Symbolbild)

Picture Alliance

Am 20. April 1999 erschossen der 18-jährige Eric David Harris und der 17 Jahre alte Dylan Bennet Klebold an der Columbine High School im US-Bundesstaat Colorado zwölf Schüler, einen Lehrer und sich selbst. Genau 21 Jahre nach dem Massaker wollte es ein Jugendlicher offenbar Harris und Klebold gleichtun und eine Schule in der Stadt Walla Walla im Bundesstaat Washington angreifen. Doch seine Mutter vereitelte den Plan.

Mutter findet Anschlagspläne in Tagebuch des Sohnes

Die Frau habe im Tagebuch ihres Sohnes Einträge entdeckt, in denen sein Vorhaben beschrieben gewesen sei, berichteten mehrere US-Medien. Demnach plante der 17-Jährige am Jahrestag des Columbine-Massakers einen Anschlag auf die College Place High School in Walla Walla. Die Mutter habe nach ihrer Entdeckung die Polizei angerufen, die den Jugendlichen daraufhin festgenommen habe.

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"Er hat es sehr detailliert aufgeschrieben, und es gab offensichtlich Zeitangaben und das Datum wurde auf den 20.4.2020 festgelegt", zitiert der Fernsehsender KEPR Polizeisprecher Dylan Schmick. "Es wurden Orte sowie bestimmte Schusswaffen und Sprengstoffe erwähnt, die er benutzen wollte." Laut dem US-Sender KXLY enthielt das Tagebuch des Sohnes auch Pläne, seine Mutter und ihren Freund zu töten.

Den Medienberichten zufolge fanden die Ermittler im Zimmer des 17-Jährigen zwar keine Waffen, dafür aber Bücher über Columbine und den Bau von Sprengkörpern und anderen Waffen. Der Polizei zufolge hatte die Mutter zudem vor einigen Monaten Materialien entdeckt, die zur Herstellung von Sprengstoffen verwendet werden konnten und sie beseitigt.

"Es war nicht einfach, das zu tun"

Der Sohn, der an der College Place High School eingeschrieben sein soll, wurde KEPR zufolge nach Schulschluss zu Hause festgenommen und in eine Jugendstrafanstalt gebracht. Die Polizei und Vertreter des Schulbezirks seien sich einig, dass der Anruf der Mutter Leben gerettet haben könnte.

"Die Mutter war sehr emotional, sie liebt ihren Sohn", zitiert der "Charlotte Oberever" Polizeichef Troy Tomaras. "Es war nicht einfach, das zu tun, aber es war richtig, es zu tun." Die Mutter habe verhindern wollen, dass andere verletzt werden, und wolle, dass ihr Sohn die Hilfe bekomme, die er brauche.

Quellen: KEPRKXLY"Charlotte Oberever"

mad