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Umstrittene Strafe: Teenager ermordete und köpfte Klassenkameraden - nun wurde er verurteilt

Mit gerade einmal 15 Jahren hat Mathew B. seinen Klassenkameraden erstochen und geköpft. Dafür wurde er von einem Gericht in Massachusetts verurteilt. Die Strafe ist umstritten - nicht nur wegen des Alters des Täters. 

Mathew B. bei einer Anhörung vor Gericht 2016 

Mathew B. bei einer Anhörung vor Gericht 2016 

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Im US-Bundesstaat Massachusetts ist ein heute 18-Jähriger wegen Mordes zu einer lebenslanger Haftstrafe verurteilt worden. Das Gericht sah es als erwiesen an, dass Mathew B. im Dezember 2016 seinen Klassenkameraden Lee P. ermordet, geköpft und ihm die Hände abgetrennt hatte, berichtet der US-Sender CNN. Das Motiv für die als besonders grausam eingestufte Tat soll Eifersucht gewesen sein. Zeugen sagten aus, dass das Opfer sich mit der Ex-Freundin von Mathew B. getroffen hatte. Der damals 15-Jährige soll daraufhin sich mit anderen Teenagern verschworen haben. Während er das Opfer zum Fluss Merrimack lockte, raubten seine Komplizen das Zimmer von Lee P. aus.

Dass Mathew B. einen Mord plante und es nicht nur bei einem Diebstahl bleiben sollte, wussten sie offenbar nicht. Vor Gericht sagten seine Freunde gegen ihn aus. "Er [Mathew B.] erzählte, dass er ihn erstochen hat", sagte der an dem Diebstahl beteiligte Jonathan M. laut der Lokalzeitung "The Eagle Tribune" aus. Anschließend habe er den Kopf abgetrennt, "damit er nicht erwischt" wird.

Nach Strafrecht für Erwachsene verurteilt 

Die Leiche von Lee P. wurde am Flussufer gefunden. Ob der Kopf und die Hände des Opfers vor oder nach seinem Tod abgetrennt wurden, konnte nicht mehr festgestellt werden. 

Mindestens 30 Jahre wird Mathew B. nun im Gefängnis verbringen müssen, bevor er die Chance auf Bewährung bekommen könnte, berichtet CNN. Obwohl er zum Zeitpunkt der Tat 15 Jahre alt gewesen ist, wurde Mathew B. nach Erwachsenenrecht verurteilt. "Es gibt keine Strafe, die ich auferlegen könnte, die Lee P. zurückbringen würde", erklärte die Richterin und bezeichnete das Urteil als "angebracht". Die Mutter des Opfers hatte gefordert, dass Mathew P. nie wieder die Gelegenheit haben sollte, jemandem das Leben zu nehmen.

Mathew B. zeigt keine Reaktion

Während das Strafmaß verkündet wurde, zeigte der Verurteile keine Emotionen. Eine Aussage hatte er vor Gericht verweigert. 

Das Urteil stößt jedoch auf Kritik. Nicht nur, weil ein 15-Jähriger nach dem Strafrecht für Erwachsene verurteilt wurde. Sondern auch weil es offenbar ausschließlich auf Zeugenaussagen basiert. "Es gab zu viele Zeugen, die gelogen haben, es gibt zu viele unbeantwortete Fragen und zu wenige Beweise", sagte der Verteidiger von Mathew B. der lokalen Nachrichtenseite "MassLive". Es sei keine Mordwaffe, kein Werkzeug, mit dem der Körper zerstückelt wurde, keine DNA, und keine Fingerabdrücke seines Mandanten gefunden worden. 

Quellen: CNN, "MassLive" "The Eagle Tribune"

ivi
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