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Todesstrafe in den USA: Bitte, erschießt mich - ungewöhnlicher letzter Wunsch sorgt für Diskussion

J.W. Ledford sitzt seit 25 Jahren in einer Todeszelle. Nun soll er im US-Bundesstaat Georgia hingerichtet werden. Doch er fürchtet sich vor der üblichen Giftinjektion und sorgt mit einem ungewöhnlichen Antrag für Diskussionen.

J.W. Ledford sitzt seit 25 Jahren in einer Todeszelle

J.W. Ledford sitzt seit 25 Jahren in einer Todeszelle

J.W. Ledford soll sterben. Die Hinrichtung des US-Todeskandidaten ist für Dienstag angesetzt. Doch einer seiner letzten Wünsche führt zu erhitzten Diskussionen in den USA. Statt durch eine Giftspritze möchte Ledford durch ein Erschießungskommando sterben. Einen entsprechenden Antrag haben Ledfords Anwälte beim für den Bundesstaat Georgia zuständigen US District Court gestellt, berichtet der Nachrichtensender CNN.

Seinen Wunsch nach einem Erschießungskommando begründet Ledford laut CNN damit, dass er wegen einer Nervenerkrankung Schmerzen in Rücken, Hüfte und Beinen hat. Seit mindestens zehn Jahren nimmt er deswegen das Medikament Gabapentin, so seine Anwälte. Der Wirkstoff verändert laut seinen Anwälten das Gehirn so, dass das in Georgia verwendete Hinrichtungsmittel Pentobarbital keine betäubende Wirkung haben könnte. Ledford fürchtet, einen schmerzvollen Tod bei vollem Bewusstsein erleben zu müssen. Deswegen möchte er von einem Erschießungskommando hingerichtet werden. CNN zitiert aus Gerichtsunterlagen, denen zufolge das Büro des Generalstaatsanwaltes von Georgia die Annahme Ledfords als spekulativ bezeichnet. Die in Georgia bei Hinrichtungen verwendete Dosis von 5000 Milligramm Pentobarbital sei mehr als genug, damit Ledford ohne Schmerzen sterbe.

Antrag hätte vor Jahren kommen können

Irritiert zeigt sich die Justiz laut CNN auch vom Zeitpunkt des Antrages, der nicht einmal eine Woche vor dem Hinrichtungstermin eingereicht wurde. "Der Antragssteller hat bis kurz vor der Hinrichtung gewartet, um plötzlich zu behaupten, er würde seit Jahren mit einem Schmerzmittel behandelt, dass sich mutmaßlich nicht mit Hinrichtungsmittel verträgt", zitiert CNN aus einem Schreiben eines Anwaltes des Staates Georgia. "Wenn der Antragssteller wirkllich glaubt, dass ein Erschießungskommando eine sinnvolle Alternative wäre, hätte er den Staat Jahre statt fünf Tage vor der Hinrichtung darauf hinweisen können."

Ledfords Klage hat keine Aussicht auf Erfolg. In Georgia ist nur die Hinrichtung mittels Giftinjektion erlaubt. Laut "Death Penalty Information Center" erlauben nur die US-Bundesstaaten Mississippi, Oklahoma und Utah die Hinrichtung durch Erschießen. In Utah starb zuletzt 2010 ein Todeskandidat durch ein Erschießungskommando. Ledford hat die letzten 25 Jahre in der Todeszelle verbracht, weil er 1992 im Alter von 20 einen Nachbarn aus Habgier ermordet hat.