USA-Brasilien Brasilien nimmt US-Jetpiloten fest


Der Einreise-Krieg zwischen den USA und Brasilien eskaliert weiter. Nun wurde eine ganze Jetbesatzung festgenommen, nachdem der Pilot bei der Kontrolle in Sao Paulo obszöne Gesten gemacht hatte.

Der Konflikt um neue Einreiseregelungen zwischen den USA und Brasilien hat mit der Festnahme der ganzen Besatzung eines US-Flugzeugs im südamerikanischen Land einen vorläufigen Höhepunkt erreicht. Der Pilot einer aus Miami kommenden American- Airlines-Maschine hatte am Mittwoch im Flughafen von Sao Paulo obszöne Gesten gemacht, als er von einem Bundespolizisten fotografiert wurde. Die restlichen elf Besatzungsmitglieder waren danach laut Behörden wegen Verweigerung der Kontrollen ebenfalls festgenommen worden.

Geldstrafe, oder Haft von bis zu zwölf Monaten

Während die elf restlichen Besatzungsmitglieder in der Nacht zum Donnerstag als Passagiere eines AA-Flugs in die USA zurück geschickt wurden, wurde gegen den Piloten eine Geldstrafe von 36 000 Real (10 000 Euro) verhängt. Der 52-Jährige sollte die Nacht unter Hausarrest in einem Hotel verbringen und erst dann in die USA zurück geschickt werden, wenn American Airlines die Strafe wie versprochen am Donnerstag zahlt. "Die Geldstrafe verhindert, dass der Mann wegen Missachtung der Staatsgewalt zu einer Haftstrafe von bis zu zwölf Monaten verurteilt wird", versicherte der zuständige Staatsanwalt.

"Wie du mir, so ich dir"

US-Bürger müssen von sich bei der Einreise in Brasilien seit dem 1. Januar Fotos machen und Fingerabdrücke abnehmen lassen. Da noch vorwiegend alte Geräte benutzt werden, gab es Wartezeiten von bis zu acht Stunden. Der Richter, der die neuen Kontrollen angeordnet hatte, rechtfertigte sie mit dem "Gegenseitigkeitsprinzip", nachdem die USA am 1. Januar zur Terrorismusbekämpfung ebenfalls eine schärfere Einreiseregelung für Touristen der meisten Länder eingeführt hatten.

Die Regierung in Brasilia bestätigte den Richterbeschluss mit einem Erlass. Am Rande des Amerika-Gipfels im mexikanischen Monterrey forderte Präsident Luiz Inàcio Lula da Silva seinen Kollegen George W. Bush auf, die Brasilianer von den neuen US-Einreiseregelungen auszunehmen. Das Verhalten des Piloten bezeichnete ein Regierungssprecher in Brasilia unterdessen als "inakzeptabel".

Tourismusbranche ist mit der Entwicklung nicht zufrieden

In Rio de Janeiro werden derweil alle im internationalen Flughafen eintreffenden US-Bürger seit Dienstag mit Rosen empfangen. Auf Initiative der Stadtväter, von Tourismusverbänden und Firmen bekommen sie auch T-Shirts mit der Aufschrift "Rio Loves You" und kleinere Geschenke. Rios Bürgermeister César Maia und die Tourismusbranche hatten geklagt, dass die neuen Einreisebestimmungen der Zuckerhutstadt großen finanziellen Schaden zufügen würden. Die US- Amerikaner stellen in Brasilien mit knapp 500 000 Besuchern pro Jahr hinter den Argentiniern das zweitgrößte Touristenkontingent dar.


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