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Privater Crashtest Neue Anti-Terror-Sperre unerlaubt getestet: Fahrer wird schwer verletzt

Amateuraufnahmen zeigen, wie der Lkw auf die Anti-Terror-Sperre prallt
Amateuraufnahmen zeigen, wie der Lkw auf die Anti-Terror-Sperre prallt
© Screenshot Youtube/HNA
Ein privater Crashtest in der Nähe von Göttingen ist furchtbar schief gegangen: Ein Unternehmer aus Uslar wollte eine neu einwickelte Anti-Terror-Sperre testen. Doch sie erwies sich zum Leid des Fahrers stabiler als gedacht. 

Seit den Terroranschlägen in Nizza und Berlin, bei welchen die Attentäter rasende Lkws als Waffen benutzten, werden immer öfter sogenannte Anti-Terror-Sperren aufgestellt. Die Hindernisse werden auch als "Nizzasperren" bezeichnet und sollen große Menschenansammlungen vor Anschlägen dieser Art schützen. Ein Unternehmer aus Uslar entwickelte eine neue Barriere und führte einen unerlaubten Test durch.

Wie die "Süddeutsche Zeitung" berichtet, soll der Erfinder einen Bekannten dazu überredet haben, mit einem Lkw gegen die Sperre zu rasen. Auf einem geteerten Feldweg fand der Crashtest schließlich am 22. April statt. Der Lkw soll mit einer Geschwindigkeit von über 50 Stundenkilometern auf das Hindernis zugefahren sein, zitiert die "Hessische/Niedersächsische Allgemeine" (HNA) Zeugen des Vorfalls. Doch die Sperre hielt dem Aufprall stand, wie mehrere Videos zeigen.

Anti-Terror-Sperre hält dem Lkw stand

Das Fahrzeug wurde hochkatapultiert und schlug dann hart auf dem Boden auf. Der 48 Jahre alte Fahrer wurde dabei schwer verletzt. Feuerwehrleute hätten ihn mühsam aus dem Fahrzeug, das mit einem selbstgebastelten Überrollkäfig versehen gewesen sei, befreien müssen, berichtet die HNA weiter.

Der Verletzte wurde mit einem Rettungshubschrauber ins Klinikum nach Göttingen geflogen und sei dort noch in der Nacht notoperiert worden. Nach Angaben der Polizei soll er bereits wieder entlassen worden sein.

Feuerwehr war zu dem Test eingeladen

Offiziell war der Test nicht angemeldet, doch die örtliche Feuerwehr war zu der Übung eingeladen. Uslars Stadtbrandmeister Jörg Jacob erzählte der HNA, den Feuerwehrleuten sei zugesagt worden, nach dem Test den Lastwagen zu Übungszwecken benutzen zu dürfen. Die Feuerwehr habe sich um 13 Uhr verabredet und stellte vor Ort ihre Fahrzeuge an der Seite ab. Mit einem Ernstfall habe niemand gerechnet.

Der Erfinder der Anti-Terror-Sperre soll nach eigenen Angaben bereits eine Patentierung angemeldet haben und mit potenziellen Kunden und Behörden wegen der Vermarktung seiner Barriere verhandeln.

Wegen des unerlaubten Tests hat die Staatsanwaltschaft Göttingen aber nun Ermittlungen wegen fahrlässiger Körperverletzung und gefährlichen Eingriffs in den Straßenverkehr eingeleitet.

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ivi

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