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Uwe Barschel: Haar-Analyse könnte Todesumstände klären

Seit über zwei Jahrzehnten wird über den Tod von Uwe Barschel spekuliert. Die DNA-Analyse eines Haares könnte ein entscheidender Hinweis sein, ob sich der schleswig-holsteinische Ministerpräsident selbst das Leben nahm oder ermordet wurde.

Ein fremdes Haar aus dem Bett von Uwe Barschel im Genfer Hotel "Beau Rivage" könnte möglicherweise bei der Aufklärung des mysteriösen Todesfalls helfen. Das Haar sei bei den Ermittlungen der Schweizer Behörden sichergestellt und später an die Lübecker Staatsanwaltschaft geschickt worden, sagte ihr Sprecher Günter Möller am Donnerstag und bestätigte Informationen der Tageszeitung "Die Welt" (Freitag). Über eine Untersuchung sei aber noch nicht entschieden, sagte Möller.

Der frühere schleswig-holsteinische Ministerpräsident Barschel war am 11. Oktober 1987 nach einem Politik-Skandal und seinem Rücktritt tot in der Badewanne seines Genfer Hotelzimmers entdeckt worden. Zwar gehen viele Fachleute von einem Selbstmord aus, aber die Todesumstände wurden nie zweifelsfrei geklärt. Wie die "Welt" schreibt, wurde das Haar am rechten Kopfende des Bettes gefunden. Schweizer Ermittler hätten festgestellt, dass es nicht von Barschel stammen könne.

Nach Angaben Möllers konzentriert sich die Lübecker Staatsanwaltschaft zurzeit auf die Suche nach DNA-Spuren an Barschels Kleidung. "Wir haben heute seine Kleider, die er bei seinem Auffinden getragen hat, zum Landeskriminalamt nach Kiel geschickt. Mit einem Ergebnis der DNA-Analyse rechnen wir erst in einigen Wochen."

mm/DPA / DPA