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Van-Gogh-Prozess: Staatsanwalt glaubt an Terrorakt

Würden die Richter im Prozess gegen den mutmaßlichen Mörder von Theo van Gogh dem Staatsanwalt folgen, müsste der Täter Mohammed Bouyeri wegen Terrorismus mit einer harten Strafe rechnen.

Der des Mordes an dem niederländischen Regisseur Theo van Gogh angeklagte Mohammed Bouyeri hat nach Überzeugung der Staatsanwaltschaft in terroristischer Absicht gehandelt. Der 27- jährige Niederländer marokkanischer Herkunft sei Mitglied einer islamistischen Terrororganisation, der so genannten Hofstad-Gruppe, sagte Staatsanwalt Frits van Straelen am Dienstag bei der Fortsetzung des Prozesses. Der Angeklagte müsse Helfer gehabt haben, doch eine Tatbeteiligung sei außer ihm niemandem nachzuweisen. Der Angeklagte hat die Tat gestanden, sich aber nicht weiter dazu geäußert.

Die Einstufung einer Straftat als terroristisch wirkt strafverschärfend. Prozessbeobachter erwarteten, dass der Staatsanwalt am Ende seines mehrstündigen Plädoyers eine lebenslange Freiheitsstrafe fordert. Er sagte, es gehe in dem Verfahren nicht um den Islam, sondern um freie Meinungsäußerung und Toleranz. Der ermordete Van Gogh habe sich mit seiner Kritik am Islam häufig an der Grenze des Zulässigen bewegt, diese aber nicht überschritten.

DPA / DPA