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Tote Soldatin Verdächtige Komplizin im Mordfall Vanessa Guillen bekennt sich schuldig

Die US-Soldatin Vanessa Guillen
Die damals 20-jährige Soldatin Vanessa Guillen wurde im April 2020 von einem anderen Soldaten mit einem Hammer erschlagen
© ©Netflix/Courtesy Everett Collection/ / Picture Alliance
Vor zwei Jahren verschwand die 20-jährige Soldatin Vanessa Guillen vom Militärstützpunkt Fort Hood in Texas. Zwei Monate später fand man ihre verscharrte Leiche. Der mutmaßliche Täter erschoss sich. Seine Freundin, die ihm geholfen haben soll, ihre Leiche zu verstecken, bekannte sich jetzt schuldig.

Der Mord an der Soldatin Vanessa Guillen vor zwei Jahren sorgte landesweit für Aufsehen. Die 20-Jährige verschwand am 22. April 2020 aus Fort Hood, einem US-Militärstützpunkt in Texas. Sie wurde von einem Soldaten in der Waffenkammer, in der sie arbeitete, mit einem Hammer erschlagen. Bauarbeiter entdeckten am 30. Juni die Überreste ihrer Leiche an einem Fluss. Noch am selben Abend floh der mutmaßliche Mörder, Aaron David Robinson, aus Fort Hood. Als die Polizei ihn in den frühen Morgenstunden des 1. Juli ausfindig machte und festnehmen wollte, griff er zu einer Waffe und erschoss sich. Ermittler nahmen kurz darauf seine Freundin fest. Sie soll geholfen haben, die Leiche von Guillen zu verstümmeln und zu verstecken.

Am Dienstag bekannte sich die 24-jährige Cecily Aguilar der Beihilfe zum Mord sowie in drei Fällen der Falschaussage für schuldig, wie die US-Staatsanwaltschaft für Westtexas mitteilte. Aguilar droht eine Höchststrafe von 30 Jahren Gefängnis plus drei Jahre Haft unter Aufsicht und eine Geldstrafe von einer Million Dollar.

Nach dem Mord an Vanessa Guillen wandte sich ihre Familie an die Öffentlichkeit. Der Grund: Vanessa Guillen hatte ihrer Mutter vor dem Mord von sexuellen Belästigungen eines Vorgesetzten berichtet, der ihr folgte, als sie duschte. Die 20-Jährige fürchtete sich jedoch davor, den Fall zu melden. Erst ein Jahr nach ihrem Tod wurde bekannt, dass sie der Führung der Einheit zwei Vorfälle sexueller Belästigung durch einen Vorgesetzten gemeldet hatte, jedoch keine Maßnahmen ergriffen wurden. Das Militär stellte jedoch schließlich fest, dass "keine Beweise darauf hindeuten, dass diese sexuelle Belästigung in irgendeiner Weise mit ihrem Tod in Verbindung stand".

Tod von Vanessa Guillen sorgte für Gesetzesreformen

Die Familie Guillen ist jedoch der Meinung, dass mehr zum Schutz von Vanessa und anderen Soldaten hätte getan werden müssen. Sie klagte gegen das US-Verteidigungsministerium und setzte sich für die Verabschiedung von Gesetzen ein, die ein strengeres Protokoll bei sexueller Belästigung sowie verbesserte Protokolle für "vermisste Soldaten" durchsetzen sollen. Sie trafen sich sogar mit dem damaligen Präsidenten Donald Trump im Weißen Haus, um ihre Anliegen zu besprechen.

Die Berichte über den Fall ermutigten auch unzählige Soldatinnen unter dem Hashtag #IAmVanessaGuillen ihre Erfahrungen mit sexuellen Übergriffen und Belästigungen auf Armeestützpunkten zu berichten.  

Schließlich wurden eine Reihe von Reformen eingeführt, darunter die Einführung eines eigenständigen Straftatbestands für sexuelle Belästigung im Militärgesetzbuch und die Verlagerung von Entscheidungen über die Strafverfolgung in das Büro des Generalstaatsanwalts. Sie wurden als Teil des National Defense Authorization Act verabschiedet, der im Dezember von US-Präsident Joe Biden unterzeichnet wurde.

Warum Vanessa Guillen sterben musste, ließ sich nicht abschließend klären. Die Familie vermutet, dass sie kurz vor ihrem Tod von Robinson sexuell missbraucht wurde. Dieser war in der Vergangenheit der sexuellen Belästigung beschuldigt worden, allerdings nicht im Zusammenhang mit Guillen.

Am 17. November veröffentlichte Netflix eine Doku zu dem Fall mit dem Titel "Ich bin Vanessa Guillen."

Quellen: Staatsanwaltschaft Westtexas, NBC News, Oxygen True Crime, Newsweek

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