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Venezuela: Angebliches Mordkomplott gegen Präsident Maduro vereitelt

Nach der Festnahme zweier mutmaßlicher Auftragskiller ist Venezuelas Staatschef überzeugt, Ziel eines Mordkomplotts zu sein. Ein Märchen, meint die Opposition.

Die venezolanischen Behörden haben nach eigenen Angaben ein Mordkomplott gegen Präsident Nicolás Maduro aufgedeckt. Die Polizei habe zwei Kolumbianer festgenommen, die ein Attentat auf den Staatschef geplant hätten, sagte Innenminister Miguel Rodríguez am Montag. Die 18 und 21 Jahre alten Verdächtigen seien in einem Hotel in der Hauptstadt Caracas gefasst worden.

Der sozialistische Staatschef Nicolás Maduro beschuldigte die Opposition, in die Anschlagspläne verwickelt zu sein. Sollte er ermordet werden, drohe in dem Land das Chaos, warnte er: "Dies würde einen Bürgerkrieg auslösen." Ziel sei es, Venezuela in ein zweites Syrien, Ägypten oder Libyen zu verwandeln. Hinter dem Komplott stecke der von Kuba und Venezuela als Terrorist gesuchte Exil-Kubaner Luis Posada Carriles. Der 85-Jährige lebt in den USA.

US-Präsident Barack Obama müsse sich fragen lassen, ob er nicht wisse, dass in seinem Land eine Verschwörung zur Ermordung eines lateinamerikanischen Staatschefs im Gange sei, sagte Maduro und schob die Frage nach: "Oder hat er etwa entschieden, mich umzubringen?"

Beweismaterial sichergestellt

Der venezolanische Oppositionsführer Henrique Capriles verwies die Anschlagspläne in das Reich der Legenden. "Keiner glaubt diese Geschichte", zitierte die Zeitung "El Universal" den Gouverneur des Bundesstaats Miranda. "Die Leute lachen über diese Äußerungen, aber wir müssen sehen, welche Auswirkungen sie haben."

Nach den Worten von Innenminister Rodríguez stellten Ermittler bei den zwei festgenommenen Kolumbianern zwei Gewehre, Militäruniformen sowie Fotos von Maduro und Parlamentspräsident Diosdado Cabello sicher. Bereits im Juli hatte die venezolanische Regierung über eine Verschwörung zum Mord an Maduro und Cabello informiert. An dem Komplott seien Personen in Miami, Panama und Kolumbien beteiligt, hieß es damals.

Vorwürfe seien "infam"

Parlamentspräsident Cabello machte den #link;http://www.stern.de/politik/alvaro-uribe-90413385t.html;ehemaligen kolumbianischen Präsidenten Álvaro Uribe# für die Anschlagspläne verantwortlich. "Wir wissen, wer hinter den Plänen der venezolanischen Rechten steckt: Es ist Señor Álvaro Uribe", sagte er dem Fernsehsender Telesur. "Sie wollen ein Blutbad."

Uribe gilt als erbitterter Gegner der linkspopulistischen Regierung in Caracas. In einem Interview des Fernsehsenders NTN 24 nannte er die Vorwürfe gegen ihn infam.

awö/DPA / DPA