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Verbrannte Mädchen in Brandenburg Aussagen des Vaters bringen keine Klarheit

Im Fall der in einem Auto verbrannten Mädchen hat der Vater der Kinder eine erste Aussage gemacht. Doch erhellen konnte sie den mysteriösen Vorfall bisher nicht. Dennoch hofft die Staatsanwaltschaft noch diese Woche genauere Erkenntnisse zu bekommen.

Der Tod von zwei dänischen Mädchen in einem ausgebrannten Auto in Brandenburg war nach Angaben des schwer verletzten Vaters ein Unfall. Das habe der 40-Jährige in einer ersten Vernehmung am Krankenbett erklärt, sagte Staatsanwalt Ralf Roggenbuck in Potsdam. "Er hat sich zur Sache eingelassen, sich jedoch nicht selbst einer Straftat bezichtigt."

Probleme mit dem Wagen

Der schwerverletzte 40-Jährige hatte die Ermittler am vergangenen Freitag zu dem ausgebrannten Kleinwagen in einem Waldstück nahe der Autobahn 24 geführt, in dem die verkohlten Leichen seiner Kinder lagen. Die Obduktion ergab, dass die Mädchen bei lebendigem Leib bis fast zur Unkenntlichkeit verbrannt waren.

Wie dänische Medien berichten, hatte der Mann mit seinen beiden Töchtern Line Sofie, 9, und Marlene Marie, 10, in Deutschland Urlaub gemacht und war bereits auf dem Rückweg. Warum er an der Abfahrt Kremmen die Autobahn verließ, konnte der 40-Jährige in seiner Befragung im Unfallkrankenhaus Berlin nicht erklären, wie es hieß. In der Vernehmung sagte er laut Staatsanwaltschaft, dass er auf der Autobahn keine Probleme mit seinem Wagen gehabt habe. Diese seien erst im Wald aufgetreten, als er angehalten habe.

Keine direkten Anhaltpunkte für ein Verbrechen

Damit sei weiter unklar, wie es zu dem tragischen Vorfall kam, sagte Roggenbuck. "Wir wissen noch nicht, ob es ein Unfall oder was es sonst war." Direkte Anhaltspunkte für ein Verbrechen lägen derzeit aber nicht vor.

Da der Kleinwagen ausbrannte, werde es schwierig, verwertbare Spuren zur Brandursache zu finden, hieß es. Die Spurensuche an dem Fahrzeug werde einige Zeit in Anspruch nehmen. Es müsse geklärt werden, ob die Kinder zum Brandzeitpunkt betäubt waren oder nicht. Die Ermittler setzen jetzt auf ein Gutachten der Rechtsmedizin. "Noch in dieser Woche hoffen wir hier auf Genaueres."

Wie eine Sprecherin des Unfallkrankenhauses Berlin mitteilte, wird der 40-Jährige weiter auf einer Spezialstation für Brandverletzte behandelt. In dieser Woche solle er einer Eigenhaut-Transplantation unterzogen werden. Er habe vor allem im Gesicht Verbrennungen zweiten und dritten Grades erlitten und stehe unter Schmerzmedikamenten, sei aber ansprechbar.

tkr/Georg-Stefan Russew/DPA DPA

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