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Verbraucherklage gegen famila: Handelskette stellt ec-Zahlungssystem um

Als Reaktion auf eine Klage gegen den Umgang mit Kundendaten hat das Unternehmen famila sein Zahlungssystem am Freitag umgestellt. An den Kassen kann von nun an allein per Eingabe des PIN-Codes bargeldlos bezahlt werden.

Nach einer Klage gegen den Umgang mit Kundendaten hat die Handelskette famila ihr Zahlungssystem mit sofortiger Wirkung umgestellt. Bei dem kritisierten Zahlungsverfahren hatten Kunden, die an der Kasse per Unterschrift mit EC-Karte zahlten, zugleich eine Einwilligung zur Weitergabe der Kontodaten abgegeben. Dagegen hatte der Bundesverband der Verbraucherzentralen beim Kieler Landsgericht geklagt.

"Wir haben heute in allen Filialen auf PIN umgestellt", sagte Unternehmenssprecherin Bärbel Hammer am Freitag der Deutschen Presse- Agentur in Kiel. "Wir möchten nicht, dass ein Musterprozess gegen uns geführt wird und wir möchten unsere Kunden nicht verunsichern."

Neben famila wollten auch weitere Handelsfirmen wie Rewe oder Penny auf den Kassenzetteln ähnliche Einwilligungen haben, kritisierte der schleswig-holsteinische Datenschutzbeauftragte Thilo Weichert. "Dieses Verfahren ist unzulässig und nicht akzeptabel", sagte er der dpa. Rewe hielt dagegen an dem Verfahren fest und wies die Vorwürfe gegen das Bezahlverfahren in einer Mitteilung als "haltlos" zurück.

Familia-Geschäftsführer Christian Lahrtz erklärte, es handle sich um ein Verfahren, das bei vielen Handelsunternehmen bundesweit eingesetzt werde und üblich sei. Familia Nordost hat seinen Sitz in Kiel und hält insgesamt 80 Häuser in Schleswig-Holstein, Hamburg und Mecklenburg-Vorpommern.

DPA / DPA