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Verdächtiger im Fall Maddie McCann: Polizei veröffentlicht neue Phantombilder

Sechs Jahre nach dem Verschwinden von Maddie McCann sucht die Polizei mit zwei Fahndungsbildern nach einem Verdächtigen. Heute werden sie im britischen Fernsehen gezeigt, am Mittwoch im deutschen.

Sechs Jahre wird Maddie McCann vermisst, heute startet die britische Polizei einen neuen Anlauf bei ihrer Suche: In einer detaillierten Rekonstruktion des Falls werden in der BBC-Sendung "Crimewatch", dem britischen "Aktenzeichen XY", neue Phantombilder von Verdächtigen gezeigt. Die Bilder sollen einen einzelnen Verdächtigen zeigen, den zwei unterschiedliche Zeugen in der Tatnacht gesehen haben wollen. Die Zeugen hatten einen glattrasierten Mann von mittlerer Statur mit heller Hautfarbe und kurzem, braunem Haar beschrieben. Er habe womöglich deutsch gesprochen.

Nach Angaben von Scotland Yard gibt es neue Erkenntnisse, die sich bedeutend von dem bisherigen Wissensstand unterscheiden und zu einem Durchbruch führen könnten. Wie der britische "Telegraph" berichtet, könnten in Kürze noch weitere Phantombilder von anderen Verdächtigen veröffentlicht werden. Im deutschen Fernsehen wird der TV-Appell am Mittwoch im Rahmen von "Aktenzeichen XY" ausgestrahlt.

Polizei hofft auf deutsche Zuschauer

"Wir glauben, dass wir das bisher kompletteste Bild zum Umfeld des Verschwindens zusammengetragen haben", hatte Andy Redwood von Scotland Yard im Vorfeld der Ausstrahlung gesagt. Es könne durchaus der Fall sein, dass jemand Schlüsselinformationen besitzt, und sich dessen gar nicht bewusst ist. Der Beitrag soll auch im niederländischen Fernsehen zu sehen sein.

"Unabhängig davon, ob der Mann der Schlüssel zum Durchbruch bei den Ermittlungen ist oder nicht, ist es für uns von entscheidender Bedeutung, ihn zu finden und mit ihm zu sprechen", sagte Redwood. "Wir haben Zeugen, die ihn zur Tatzeit in der Nähe der Ferienanlage gesehen haben." Als "Verdächtigen" wollte Scotland Yard den Gesuchten ausdrücklich nicht bezeichnen. Redwood kündigte zudem an, dass Phantombilder von weiteren Gesuchten veröffentlicht werden sollen. Sie alle seien am Tag des Verschwindens von Maddie oder in den Tagen zuvor in Praia da Luz gesehen worden. Nach Angaben der britischen Tageszeitung "The Telegraph" und von "Bild" sind insgesamt zwei der Gesuchten deutschsprachig. Redwood kündigte an, dass er persönlich nach Deutschland, in die Niederlande und nach Irland reisen wolle, "um dort die Öffentlichkeit um Hilfe zu bitten".

Maddie war am 3. Mai 2007 kurz vor ihrem vierten Geburtstag aus einer Ferienanlage an der portugiesischen Algarve verschwunden, als ihre Eltern beim Essen waren. Seitdem suchen die McCanns unter großer Beteiligung der Öffentlichkeit nach dem Mädchen. Die portugiesische Polizei hatte den Fall nach 14 Monaten zu den Akten gelegt. Die britischen Ermittler halten es nach eigenen Angaben weiter für möglich, dass das Mädchen noch lebt.

jwi/anb/DPA / DPA