HOME

Vereitelter Amoklauf: Schülerin wegen Mordversuchs vor Gericht

Vor dem Landgericht Bonn hat der Prozess um den vereitelten Amoklauf an einer Schule in Sankt Augustin begonnen. Eine 16-jährige Schülerin ist des versuchten Mordes angeklagt, sie will sich zu den Vorwürfen äußern.

Vor dem Bonner Landgericht hat am Dienstagmorgen der Prozess wegen eines vereitelten Amoklaufs an einer Schule begonnen. Die Staatsanwaltschaft wirft der 16 Jahre alten Angeklagten versuchten Mord, Vorbereitung eines Sprengstoffanschlags sowie Verstoß gegen das Waffengesetz vor. Obwohl unter Ausschluss der Öffentlichkeit verhandelt wird, war das Medieninteresse zu Prozessbeginn groß.

Die 16-Jährige war bei der Tatvorbereitung am 11. Mai auf der Schultoilette eines Gymnasiums in Sankt Augustin bei Bonn von einer Mitschülerin überrascht worden. Damit ihr Amokplan nicht aufflog, hatte sie nach Überzeugung der Anklage die 17-Jährige töten wollen. Mit einem Schwert habe sie auf die Mitschülerin eingestochen und diese dabei erheblich an Armen und Händen verletzt. Das Opfer konnte dennoch fliehen und einen Lehrer alarmieren.

Dieser eilte ins Schulsekretariat und sorgte für eine Warndurchsage per Lautsprecher an die Schüler. Daraufhin gab die 16-Jährige der Staatsanwaltschaft zufolge ihren Tatplan auf. Am späten Abend des Tattages stellte sie sich der Bundespolizei im Kölner Hauptbahnhof.

Die Verteidigung kündigte an, die Angeklagte werde sich am ersten Verhandlungstag zur Tat äußern. Im weiteren Verlauf des Verfahrens werde es von Seiten der Verteidigung keine weiteren inhaltlichen öffentlichen Stellungnahmen geben. Für den Prozess sind acht Verhandlungstage angesetzt. Das Gericht hat 26 Zeugen geladen, die verletzte Schülerin gilt als wichtigste Zeugin. Es sollen auch zwei psychiatrische Gutachter gehört werden, die Auskunft zur Schuldfähigkeit der 16-Jährigen geben sollen.

AFP/DPA / DPA