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Verfahren gegen Nadja Auermann: Uneinigkeiten beim Wohnsitz

Auch beim dritten Gerichtstermin im Steuerstrafverfahren gegen Nadja Auermann waren sich verschiedene Zeugen uneinig, ob das Ex-Model von 1999 bis 2002 in Berlin gelebt hat oder nicht.

Ein Steuerfahnder, der ein Bewegungsprofil erstellt hatte, erklärte am Montag im Prozess vor dem Amtsgericht Berlin-Tiergarten: "Aus meiner Sicht hatte Frau Auermann seit 1999 hier einen Wohnsitz". Für Verteidiger Robert Unger haben die Daten "Null Aussagekraft". Es sei damit nicht bewiesen, dass Auermann tatsächlich in ihrem Haus gewohnt hat, betonte der Anwalt.

Auermann selbst hatte zu Prozessbeginn gesagt, "ich bin unschuldig". Dem früheren Topmodel wird vorgeworfen, dem Finanzamt 272 498 Euro nicht gezahlt zu haben. Die Staatsanwaltschaft geht davon aus, dass die dreifache Mutter von 1999 bis 2002 ihren Wohnsitz in Deutschland hatte und deshalb steuerpflichtig gewesen sei. Auermann hatte das Haus auf einem Seegrundstück im Stadtteil Köpenick als Investition bezeichnet. Das Model lebt nach eigenen Angaben erst seit 2002 in Deutschland.

Der Steuerfahnder hatte Kreditkartenbelege, Einkaufs- und Telefonrechnungen aus der Auermann-Villa sowie Arztbesuche, Flugtickets und umfangreiche andere Belege für das Bewegungsprofil untersucht. Auch aus einem Terminkalender geht nach Einschätzung des Zeugen hervor, dass die heute 40-Jährige häufig in Berlin war. Ob Auermann tatsächlich alle Termine in Berlin wahrgenommen und wer in der Villa telefoniert hatte, konnte der Steuerfachmann jedoch nicht belegen.

Die inzwischen vermietete Villa am Wasser war nach Aussagen mehrerer Zeugen eine nicht bewohnbare Baustelle. Der frühere Lebensgefährte und Vater von Auermanns erster Tochter bezeugte, "sie hat dort nicht gewohnt". Mit seinem Vorschlag, nach Berlin zu ziehen, sei er auf Granit gestoßen, erinnerte sich der heute 44-Jährige. Bis zur Trennung im Frühjahr 1999 habe er den Bau mit betreut. Auermann habe manchmal die Tochter vorbeigebracht und sei dann zu einem Termin geflogen. Ein Nachbar erinnerte sich, Frau Auermann gelegentlich gesehen zu haben.

Der Prozess wird am kommenden Montag mit der weiteren Vernehmung des Steuerfahnders fortgesetzt.

hw/DPA / DPA