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Verfolgung von Christen: Bibel bringt US-Bürger in Nordkorea ins Gefängnis

Auf einer Reise durch Nordkorea ließ der US-Amerikaner Jeffrey Fowle eine Bibel zurück. Eine Putzkraft fand sie und schlug Alarm. Fowle sitzt seit Monaten im Gefängnis und wartet auf seinen Prozess.

Bereits seit Mitte Mai sitzt ein US-Bürger in Nordkorea im Gefängnis - offenbar weil er eine Bibel in einem Seemannsklub zurückließ. Jeffrey Fowle warte seitdem auf seinen Prozess, berichtet die Nachrichtenagentur Reuters.

Während einer Reise an die Ostküste Nordkoreas besuchte Fowle die Industriestadt Chongjin. Nach einem Abendessen versteckte er eine Bibel unter einem Abfallbehälter auf der Toilette des Seemannsklubs. Er hatte seinen Namen und seine Telefonnummer hineingeschrieben, sowie Fotos seiner Familie zwischen die Seiten gelegt. Er soll die Bibel bewusst dort hinterlegt haben, damit sie jemand lesen konnte. Eine Reinigungskraft fand das Buch und alarmierte die Behörden.

Hilfegesuch an die US-Regierung

Als Fowle das Land drei Tage später verlassen wollte, wurde er am Flughafen festgenommen und sitzt seitdem im Gefängnis. In einem am Freitag veröffentlichen Interview der Nachrichtenagentur Associated Press, bestätigte Fowle, dass er auf seinen baldigen Prozess wartet und bat die Regierung der Vereinigten Staaten um Unterstützung für seine Freilassung. Auch der US-Tourist Matthew Miller soll wegen einem anderen Vorfall verhaftet worden sein und in demselben Gefängnis einsitzen.

Mitreisende beschreiben Fowle als Kirchgänger. Es gebe aber keine Anzeichen für missionarische Tätigkeiten. Offiziell herrscht in Nordkorea Religionsfreiheit, sie ist in der Verfassung verankert. Das Regime des Landes gilt jedoch als äußert repressiv, Christen werden verfolgt.

mka mit Reuters
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