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Vergewaltigt und gemobbt: Der Horror von Maryville

Eine 14-Jährige wird vergewaltigt und bei Eiseskälte in einem Garten liegengelassen. Die Täter sind schnell ermittelt, Beweise gibt es genug - doch die Justiz in Missouri müssen sie nicht fürchten.

Von Annette Berger

In dieser Geschichte spielen die Werte amerikanischer Kleinstädte eine Rolle. Jeder kennt jeden, man hilft sich, und in der Schule himmeln die jüngeren Mädchen die älteren Jungs an, die im Sport so erfolgreich sind.

Der Kosmos dieser kleinen Orte dreht sich um ein paar wichtige Familien - sie haben Beziehungen in die Politik und zur Justiz, wissen, wo man einen guten Job ergattern kann.

Ruhig sind solche Städte. Aber unter der Oberfläche ist das Leben der Teenager vermutlich genauso aufregend wie überall sonst auf der Welt. Die erste Liebe mit 14 - und der erste Alkoholrausch. Im Fall von Daisy Coleman endete die spannende Teeangerzeit mit einer brutalen Vergewaltigung auf einer Party mit Schulfreunden - und in der danach folgenden Hexenjagd auf ihre gesamte Familie. Zum Schluss brannte das Haus der Colemans ab.

Name des Mädchens wäre normalerweise geheim

Der Fall ist merkwürdig und macht gerade in den USA Schlagzeilen. Die erste Besonderheit: Das 14-jährige Opfer wird, anders als üblich, in den Medien mit vollem Namen genannt. Daisys Mutter will Aufmerksamkeit. Der Name ihrer Tochter sei ohnehin bekannt, sagt sie. Der Gang an die Öffentlichkeit ist aus ihrer Sicht das letzte Mittel, die Dinge zurechtzurücken, die juristischen Wege sind ausgeschöpft. Mehrere Websites berichteten in den vergangenen Tagen über den Fall, auch CNN machte ihn zum Thema. Die Online-Aktivisten von Anonymous wollen am kommenden Dienstag in Maryville für Daisy demonstrieren und legten dafür die Facebook-Seite "Gerechtigkeit für Daisy" an.

Die zweite Besonderheit: Was in der Nacht geschah, als Daisy Gewalt angetan wurde und in der sie beinahe erfror, ist laut US-Presseberichten bestens dokumentiert und würde aus Sicht des örtlichen Sherriffs locker für eine Anklage gegen die mutmaßlichen Täter reichen. Doch alle Anschuldigungen wurden im Laufe der Zeit fallen gelassen. Stattdessen gelten Daisy und ihre Mutter inzwischen im 12.000-Seelen-Ort Maryville als "crazy bitches", also "durchgeknallte Schlampen".

SMS-Flirt mit dem Mädchenschwarm der Schule

Daisys Horrortrip im amerikanischen Kleinstadtidyll beginnt einige Zeit vor den frühen Morgenstunden des 8. Januar 2012, einem Sonntag. Sie geht noch nicht lange auf die örtliche High-School. Die Familie - ihre Mutter, sie und ihre beiden Brüder - sind erst kürzlich zugezogen. Mutter Melinda hatte es in der alten Heimatstadt nicht mehr ausgehalten, nachdem ihr Mann dort bei einem Autounfall ums Leben gekommen war. Sie wollte einen Neustart an einem anderen Ort, erzählte sie dem "Kansas City Star".

Den Neustart schafft die Familie zunächst auch in Maryville. Der "Kansas City Star" erzählt die Geschichte ausführlich: Das Mädchen Daisy - hübsch und blond - schafft es ins Cheeleader-Team und nimmt an Schönheitswettbewerben teil. Sie ist stolz, als sie die Aufmerksamkeit eines älteren Mitschülers erregt. Matthew ist 17 und ein umschwärmter Footballspieler in der Schule. Er und Daisy schreiben sich SMS.

In jener Samstagnacht bleibt es nicht beim schriftlichen Kontakt. Daisy und ihre 13-jährige Freundin, die im Haus der Colemans übernachten soll, stehlen sich nachts um 1 Uhr heimlich aus dem Kinderzimmer. Die Mädchen werden von Daisys neuem Schwarm und einem Freund zu einer Party gefahren. Dort werden die Mädchen - so jedenfalls der "Kansas City Star" - abgefüllt, beide werden vergewaltigt.

Mit angefrorenen Haaren und halbnackt auf dem Rasen

Am nächsten Morgen findet Melinda Coleman ihre Tochter auf dem Rasen vor ihrem Haus. Die Haare des Mädchens sind angefroren, es hat fast nichts an, ist verletzt und weist Vergewaltigungsspuren auf. Bei der Kälte hätte Daisy leicht erfrieren können - auch wegen ihres Alkoholgehalts im Blut, der auch am Morgen noch nachweisbar ist. Die Freundin hat es noch in Daisys Kinderzimmer geschafft und ist dort eingeschlafen. Sie ist völlig verwirrt.

Rasch klärt der Sheriff den Fall: Beide Mädchen wurden im Haus des einen Jungen vergewaltigt, danach wurden die Opfer von den mutmaßlichen Tätern zum Haus der Colemans zurückgefahren. Daisy sollte noch etwas auf dem Rasen "ausnüchtern". Der mutmaßliche Tatort wird durchsucht, Beweise sichergestellt. Es gibt sogar ein Handyvideo, das die sexuellen Übergriffe zeigen soll. Die Jungs behaupten, es habe einvernehmlichen Sex gegeben. Doch nach den Gesetzen Missouris gibt es kein "einvernehmlich", wenn das Opfer wegen eines Alkoholrauschs handlungsunfähig ist.

Nicht nur die Vergewaltigung könnte den Jungs eine Strafe einbringen, sondern auch die Tatsache, dass sie das Mädchen in der Eiseskälte haben fast erfrieren lassen.

Mitgefühl schlägt in Wut um

Als die Nachricht von Daisys Schicksal - der Name ihrer ebenfalls minderjährigen Freundin wird geheim gehalten - die Runde macht, erfährt die Familie Coleman viel Zuspruch. Doch kurze Zeit später beginnt das Mobbing im Internet. Die Jungs seien unschuldig, Daisy und ihre Mutter völlig verrückt - und Daisys Brüder sollte man doch bitte einmal ordentlich verprügeln. Die angeblichen Täter verdienten eine Entschuldigung, fordern manche. Zu einem Tanzwettbewerb sei ein Mädchen mit einem T-Shirt mit der Aufschrift "Matt gegen Daisy 1:0" aufgetaucht, erzählt Daisys Mutter. Ihre Tochter fliegt aus dem Cheerleader-Team, muss in psychologische Behandlung. Von Selbstmordversuchen ist die Rede. Die Mutter verliert ihren Job. Und irgendwann erklärt der Staatsanwalt, im Fall Daisy gebe es kein Verbrechen.

Mit der Zeit stellt sich heraus, dass die Familie von einem der mutmaßlichen Täter ihren Einfluss voll ausspielt. Matthews Großvater sei, so jedenfalls der "Kansas City Star" ein wichtiger Politiker in Missouri. Die Tatsache, dass in einer kleinen Stadt jeder jeden kennt, wendet sich gegen die Familie des Opfers. Sogar der Arbeitgeber der Mutter hat familiäre Verbindungen zu Matthews Familie - das sei der Grund für ihre Entlassung, heißt es in dem Bericht des "Kansas City Star".

Der Staatsanwalt sieht die Sache ganz anders als Daisys Familie. Ja, auf der Party hätten sich die Jugendlichen betrunken und Sex gehabt. Das sei unschön - aber nun mal kein Verbrechen. Die Anschuldigungen werden fallen gelassen.

Das Phänomen "Opfer hat selbst Schuld" wird verstärkt

Der "Kansas City Star" zitiert die Präsidentin einer Organisation gegen sexuelle Gewalt mit eine anderen Erklärung. Zwar werde in beinahe jedem Vergewaltigungsfall die Schuld irgendwann beim Opfer gesucht, sagt Julie Donelon. Doch gerade in Kleinstädten trete dieses Phänomen mitunter sehr stark auf. Denn die Bewohner hätten nicht nur engen Kontakt mit dem Opfer, sondern auch mit dem mutmaßlichen Täter - und mit allen Menschen, die der Vergewaltigung keinen Glauben schenkten.

Daisy ist mit ihrer Familie wieder in ihren alten Heimatort umgezogen. Inzwischen stand ihr Haus in Maryville zum Verkauf. Eines Tages brannte das leerstehende Gebäude ab. Die Ursache ist unbekannt.

kann man sich gegen eine maßnahme vom jobcenter wehren?
hallo. ich bin quasi arbeitsunfähig seit meinem 18ten lebensjahr. ich wiege 200 kg und habe eine betreuung weil ich sonst gar nichts schaffen würde. sie bringt mich zu terminen und begleitet mich zu arzt besuchen. das einzige was ich noch alleine kann ist einkaufen und das auch nur weil es nunmal lebensnotwendig ist ,jedoch bin ich danach total erschöpft und fertig.ich kann keine 200 meter mehr laufen.und mal ganz abgesehen von meiner körperlich verfassung leide ich seit meiner kindheit an starken depressionen,borderline,panikattacken,einer traumatischen belastungsstörung und angstzuständen. ich bin demnach körperlich sowie auch psychisch ziemlich fertig. gestern war ich beim amtsarzt zur begutachtung sowie auch einmal vor 2 jahren. und die ärztin sagt mir ernsthaft,das es zumindest köperlich nicht ausreichen würde das ich weiterhin krank geschrieben werden kann und sagte,das eine maßnahme sicherlich gut sein kann.und das obwohl ich bereits sagte,das ich körperlich unfähig bin irgendwas alleine zu schaffen und ,meine betreuerin mich überallhin begleiten muss.(ich habe kein auto)ich bin vollkommen entsesetzt und habe nun angst das sie mich in eine maßnahme stecvken welche ich einfach nicht schaffe und sie mir dann das minum an geld nehmen welches ich bekomme und ich dann verhungernd und auf der starße leben muss,eben weil es ein ding der unmöglichkeit für mich darstellt.kann man sich da irgendwie wehren?sie sagt sie findet ich sei zu jung um berentet zu werden (28).ich habe gerade wirklich angst.kann man einen menschen zwingen etwas für ihn unmögliches zu tun?ich hab das gefühl die wollen irgendeine quote erfüllen und solange man die arme bewegen kann,ist man arbeitsfähig...hilfe :(