Traumaforschung Vergewaltigt am Ende des Zweiten Weltkriegs – wie diese Taten heute noch nachwirken

Vergewaltigung: Sexuelle Gewalt im Krieg wirkt noch Jahrzehnte nach
Bis zu zwei Millionen deutsche Frauen wurden am Ende des Zweiten Weltkriegs Opfer von Vergewaltigung durch Soldaten der Siegermächte. Aus etwa jeder 100. Tat entstand ein Kind. Das Bild zeigt sowjetische Soldaten, die in Leipzig eine Frau belästigen.
© Ullstein; hfr
Mit mehr als 70 Jahren Verspätung wird erforscht, welche psychischen Folgen die Vergewaltigungen am Ende des Zweiten Weltkriegs hatten. Das Leid dauert bis heute an. Es wirkt über Generationen fort.

In einem schmalen Fachwerkhaus in der Oberpfalz, einige Zeit nach Kriegsende, liegt ein kleines Mädchen neben seiner Großmutter im Bett. Es ist um die fünf, sechs Jahre alt. Im Zimmer stehen zwei einfache Holzbetten, ein kleiner Tisch, ein Schrank. Und obwohl beide noch nicht schlafen, herrscht eine beklemmende Stille. Wie an so vielen Abenden quält die kleine Eleonore S. * der Gedanke: "Warum haben die anderen Kinder eine Familie und ich nicht? Warum darf ich nicht bei meiner Mutter leben? Warum gibt es keine Bilder von meinem Vater? Warum spricht niemand über ihn?"

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