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BGH hebt Urteil teils auf: Campingplatz-Vergewaltiger könnte nachträglich mildere Strafe bekommen

Der Bundesgerichtshof hat das Urteil gegen einen 32-Jährigen wegen der Vergewaltigung einer Camperin in der Siegaue bei Bonn teilweise aufgehoben. Nun muss die Schuldfähigkeit des Mannes erneut geprüft werden.

Bonn - Siegauen - Vergewaltigung - Camperin - BGH

Der 32-jährige Ghanaer während des Prozesses im Bonner Landgericht (Archivbild)

DPA

Ein 32-Jähriger, der im vorigen Oktober wegen besonders schwerer Vergewaltigung und räuberischer Erpressung einer Frau in den Bonner Siegauen zu elfeinhalb Jahren Haft verurteilt worden war, könnte nachträglich eine mildere Strafe bekommen. Grund ist, dass der Bundesgerichsthof das Bonner Urteil gegen den Mann teilweise aufgehoben hat. Die obersten deutschen Strafrichter bestätigten zwar den Schuldspruch, das Landgericht in Bonn muss aber die Schuldfähigkeit erneut prüfen. Es habe nicht ausreichend dargelegt, inwieweit sich die Persönlichkeitsstörung des Angeklagten nicht auf die Tat ausgewirkt habe, teilte der in einem am Mittwoch veröffentlichten Beschluss mit. Deshalb müssten die Bonner Richter nun eine mögliche verminderte Schuldfähigkeit des Angeklagten prüfen und das Strafmaß neu festlegen. 

War der Siegauen-Vergewaltiger vermindert schuldfähig?

Den Schuldspruch - also die Verurteilung wegen Vergewaltigung und räuberischer Erpressung - bestätigte der BGH. Falls aber eine andere Kammer des Bonner Landgerichts nun zu dem Ergebnis komme, dass der Angeklagte bei der Tat vermindert schuldfähig war, könne seine Strafe geringer ausfallen, erläuterte eine BGH-Sprecherin. 

Laut Urteil hatte der 32-Jährige im April 2017 ein junges Paar in seinem Zelt überfallen. Er bedrohte seine Opfer mit einer Astsäge und vergewaltigte die damals 23 Jahre alte Frau. Im Prozess bestritt der abgelehnte Asylbewerber aus Ghana die Tat.

Das Landgericht hatte auf Grundlage eines psychiatrischen Gutachtens eine Persönlichkeitsstörung des Angeklagten angenommen. Bei der Tat sei die Steuerungsfähigkeit des Mannes jedoch nicht eingeschränkt gewesen. Dies sah der BGH nicht ausreichend belegt.

mod / DPA