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Vergewaltigungs-Anzeige gegen Strauss-Kahn Französische Justiz startet Vorermittlungen


Die französische Justiz nimmt Vorermittlungen gegen den ehemaligen IWF-Chef Dominique Strauss-Kahn auf. Ein Indiz dafür, dass man die Anzeige einer Autorin wegen versuchter Vergewaltigung ernst nimmt.

Wegen des Vorwurfs der versuchten Vergewaltigung der französischen Autorin Tristane Banon nimmt die französische Justiz gegen den ehemaligen IWF-Chef Dominique Strauss-Kahn polizeiliche Vorermittlungen auf. Dies teilten Justizbeamte in Paris am Freitag mit, nachdem die Journalistin zuvor Anzeige erstattet hatte. Es handelt sich dabei aber noch nicht um ein formelles Ermittlungsverfahren. Mit der Untersuchung des Fallrs werde sich die auf solche Fälle spezialisierte Sonderheit BRDP beschäftigen, berichteten französische Medien unter Berufung auf Justizkreise.

Banon hatte Strauss-Kahn am Dienstag angezeigt. Er soll vor acht Jahren bei einem Interview versucht haben, sie zu vergewaltigen. Die Staatsanwaltschaft musste daraufhin entscheiden, ob sie Vorermittlungen aufnimmt, ein Ermittlungsverfahren einleitet oder den Fall einstellt.

In den USA läuft bereits seit Mitte Mai ein Strafverfahren gegen Strauss-Kahn, weil er ein Zimmermädchen zum Oralsex gezwungen und gewaltsam versucht haben soll, mit ihr Geschlechtsverkehr zu haben. Das Verfahren könnte aber wegen Zweifeln an der Glaubwürdigkeit des mutmaßlichen Opfers laut Medienberichten möglicherweise eingestellt werden.

In Frankreich läuft am Mittwoch die Meldefrist für die Kandidaten der sozialistischen Opposition ab, die nächstes Jahr bei der Präsidentschaftswahl antreten und sich für die parteiinterne Vorwahl im Herbst aufstellen lassen wollen. Vor seiner Festnahme in New York vor knapp zwei Monaten und seinem anschließenden Rücktritt von der Spitze des Internationalen Währungsfonds (IWF) hatte "DSK", wie er in Frankreich genannt wird, als aussichtsreichster Anwärter auf das Amt gegolten.

mlr/AFP/DPA DPA

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