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Vergewaltigungsprozess Anklage hält Kachelmann weiter für schuldig


Die Staatsanwaltschaft Mannheim hält Wettermoderator Jörg Kachelmann weiter der Vergewaltigung für schuldig. Zu Beginn des Plädoyers der Anklage war es zu einem heftigen Schlagabtausch über die Veröffentlichung von intimen Telefon-SMS gekommen.

Die Staatsanwaltschaft Mannheim hält Wettermoderator Jörg Kachelmann weiter der Vergewaltigung für schuldig. Die Aussagen der Ex-Geliebten zu dem Streit mit dem 52-Jährigen hätten einen hohen Erlebnisgehalt. Dies sei nicht vereinbar mit einer vorsätzlichen Lüge, sagte Staatsanwalt Werner Mägerle am Mittwoch. Zwar habe die Frau in einigen Punkten gelogen, das bedeute aber nicht, dass sie ansonsten die Unwahrheit gesagt habe, sagte Staatsanwalt Lars-Torben Oltrogge.

Zuvor war das Plädoyer der Staatsanwaltschaft im Prozess gegen den Wettermoderator Jörg Kachelmann nach wenigen Minuten unterbrochen worden. Kachelmanns Verteidiger Johann Schwenn warf Staatsanwalt Lars-Torben Oltrogge vor, er wolle seinen Mandanten bloßstellen mit der Angabe von intimen Details.

Oltrogge hatte zuvor vor Gericht den Nachmittag vor der angeblichen Tat geschildert, bei dem Kachelmann dem mutmaßlichen Opfer eine SMS geschickt hatte mit der Bitte, das übliche gemeinsame Essen zur Zeitersparnis "für unsere Hauptaufgabe" wegzulassen. Laut Oltrogge war damit das "sexuelle Geschehen" gemeint.

Kachelmann drohen bis zu 15 Jahre Haft

Schwenn sieht in der Angabe dieser Details eine Verletzung der Persönlichkeitsrechte seines Mandanten und sagte: "Es geht darum, den Angeklagten maximal zu schädigen." Oltrogge erwiderte, er könne in seinem Plädoyer solche Punkte nicht weglassen, weil sie auf das Tatgeschehen hinwiesen und Kachelmann sich auch dazu geäußert habe. "Ein Staatsanwalt kann nicht gezwungen werden, auf solche Details zu verzichten."

Kachelmann muss sich in dem seit mehr als acht Monate andauernden Verfahren wegen des Vorwurfs der schweren Vergewaltigung verantworten. Laut Anklage soll der mittlerweile 52-jährige Schweizer im Februar 2010 seine langjährige Freundin, eine Radiomoderatorin aus Schwetzingen bei Heidelberg, in deren Wohnung missbraucht haben. Die Anklage lautet auf Vergewaltigung in einem besonders schweren Fall. Dies wird mit fünf bis 15 Jahren Haft bestraft.

nik/DPA/AFP DPA

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