HOME

Verhaftung auf Mallorca: Ehemaliger Zuhälter soll Hells Angels erpresst haben

Die Hells Angels sollen Opfer einer Erpressung geworden sein. Ein Rentner wurde auf Mallorca festgenommen. Angeblich weiß er, dass die Rocker Lösegelder aus der Reemtsa-Entführung gewaschen hätten.

Von Kuno Kruse

Bongo, wie er auf der Reeperbahn benannt wurde, war früher beliebt im Hamburger Milieu, kein Streithahn, kein großer "Hauer", wie man dort die nennt, denen schnell die Faust ausrutscht. Schon damals, in den achtziger Jahren, leicht korpulent und sehr redselig. Die Stimme sehr rau, die Zunge schnell, der Tonfall eher rheinisch. Horst R., so Bongos bürgerlicher Name, kommt aus Aachen. Er gehörte damals zur "Nutella-Gang", wie die Gruppe jüngerer Luden genannt wurde, die sich ihren Platz auf dem Kiez erstritt.

Der 62-jährige ehemalige Zuhälter hatte sich schon lange nach Mallorca zurückgezogen. Dort wurde er am Mittwoch vergangener Woche von der Guardia Civil in seiner Wohnung in Portixol, einem der begehrten Viertel von Palma, verhaftet. Der Vorwurf: Der Rentner hätte die Hells Angels erpresst. Denn er verfüge über Informationen darüber, dass Mitglieder des Frankfurter Hells Angels Charters "Westend" Lösegeld im Entführungsfall "Reemtsma" gewaschen hätten.

Rocker überwiesen mehrmals Geld

Das zumindest vermutet die Staatsanwaltschaft in Aachen, die das Verfahren gegen den ehemaligen Zuhälter führt. Sie ließ auch gleich seine in Aachen lebende Schwester verhaften. Die Ermittlungen der Krimimalpolizei hätten ergeben, so der Sprecher der Staatsanwaltschaft, dass von den Frankfurter Hells Angels regelmäßig Geld an den Rentner auf Mallorca geflossen sei. Ob es sich dabei um Überweisungen gehandelt habe, wollte der Staatsanwalt nicht sagen. Die Zahlungen hätten sich aber auf mehrere Zehntausend Euro summiert.

Ehemalige Mitglieder des inzwischen verbotenen Hells Angels Charters "Westend" zeigten sich über die Meldung am Wochenende verwundert. Sie versicherten, sie hätten mit der Geldwäsche im Fall Reemtsma nie etwas zu tun gehabt.

Der Hamburger Sozialwissenschaftler und wohlhabende Mäzen Jan Philipp Reemtsma war 1996 entführt und mehr als 30 Tage in einem Keller angekettet worden. Der Kopf der Entführerbande, Thomas Drach, wurde kurze Zeit später in Argentinien verhaftet und in Hamburg zu 15 Jahren Haft verurteilt. Der größte Teil des Lösegeldes blieb verschwunden. Die Staatsanwaltschaft in Frankfurt erklärte am Montag auf Nachfrage, dass bei ihr kein Ermittlungsverfahren gegen die Frankfurter Hells Angels wegen des Verdachts der Geldwäsche geführt werde. "Es liegen auch keine Anhaltspunkte dafür vor", sagte Oberstaatsanwältin Doris Möller-Scheu.

Keine Hinweise auf Geldwäsche

Es hatte vor längerer Zeit ein Ermittlungsverfahren im Frankfurter und Darmstädter Rotlichtmilieu wegen des Verdachts der Geldwäsche gegeben, das aber eingestellt wurde. So wurde unter anderem auch das Darmstädter Großbordell "FKK Saunaclub Shark" durchleuchtet. Damals war vermutet worden, dass zwei Millionen Euro, die aus dem Lösegeld stammen könnten und über Umwege durch die Schweiz und Liechtenstein nach Darmstadt gelangt seien, in das Bordell investiert worden sein könnten. "Das war aber alles heiße Luft statt einer heißen Spur", sagte Oberstaatsanwältin Möller-Scheu.

Zur Vorbereitung eines Verbots der Frankfurter Hells Angels war in allen denkbaren Bereichen gegen Mitglieder des Charters "Westend" ermittelt worden. Telefon und Geldverkehr der Rocker waren minutiös überwacht, Computer und Unterlagen beschlagnahmt worden. Am Ende hatte sich nur wenig Belastbares gefunden, um das Verbot des Clubs beim Verwaltungsgericht zu begründen, wie ein Fausthieb eines Rockers gegen seinen Nachbarn, der sich über das laute Motorrad beschwert hatte. Eine Verbindung zum Lösegeld aus der Reemtsma-Entführung konnten die Ermittler aber nirgendwo finden.

Horst R. hatte Kontakt zu Reemtsma-Entführer

Auch der Sprecher der Aachener Staatsanwaltschaft musste bei der Frage passen, warum sie jetzt ein Ermittlungsverfahren gegen Horst R. wegen Erpressung eingeleitet hatte, aber keines gegen die Hells Angels wegen Geldwäsche. Vermutlich soll erst bei den Ermittlungen gegen Horst R. festgestellt werden, ob die Hells Angels tatsächlich Geldwäsche betrieben haben könnten.

"Ich kann nur darüber lachen", sagt der Sprecher der Hells Angels, Django Triller, "dass jemand glaubt, ein Charter der Hells Angels lasse sich erpressen." Auch Leute aus dem Hamburger Milieu halten es für schwer vorstellbar, dass Horst R. versucht haben könnte, irgendwelche Rocker unter Druck zu setzen. "Niemals", sagt ein alter Bekannter, "dafür ist Bongo gar nicht der Typ."

Der auf Mallorca festgenommene ehemalige Hamburger Zuhälter und seine in Aachen lebende Schwester sollen früher Kontakt zu Lutz Drach gehabt haben, dem jüngeren Bruder des Reemtsma-Entführers Thomas Drach. Lutz Drach, der bereits einmal verurteilt worden war, weil er ein Teil des Lösegelds verschwinden lassen hatte, verbüßt gerade eine Haftstrafe wegen Kokain-Schmuggels. Der Entführer Thomas Drach hatte seinen Bruder in Briefen aus der Haft beschuldigt, mehrere seiner vielen Millionen veruntreut zu haben. Thomas Drach hat sich unmittelbar nach Verbüßung seiner fast 15-jährigen Haftstrafe nach Ibiza abgesetzt.

Verwirrung um Namen

Irrtümlicher Weise war am Wochenende auf der Internet-Seite der "Bild"-Zeitung berichtet worden, bei den beiden Verhafteten handele es sich ebenfalls um Hells Angels, die andere Hells Angels erpresst haben sollten. Diese Falschmeldung hatte vorübergehen für Verwirrung gesorgt, wurde aber inzwischen korrigiert. Bongo war niemals Mitglied der Hells Angels und bewegte sich auch nicht im Rocker-Milieu.

Bei den Rockern fragt man sich, ob die Verwirrung beabsichtigt gewesen war, oder einfach dadurch entstanden sein könnte, dass es in Frankfurt ein Mitglied des Hells Angels Charters "Westend" gibt, das den gleichen Vornamen trägt, wie der Verhaftete, und einen sehr ähnlichen Familiennamen, der sich nur in zwei Buchstaben von dem des auf Mallorca verhafteten Mannes unterscheide. Der Hells Angel lebt in Frankfurt am Main - auf freiem Fuß und unbehelligt.

Nach dem "Bild"-Bericht und der "Mallorca-Zeitung" waren die Ermittlungen, die in Spanien unter dem Decknamen "Big Man", in Deutschland unter "Black Mail" gelaufen sein sollen, nach einem Treffen von Spitzenbeamten der spanischen und deutschen Polizei eingeleitet worden.

kann man sich gegen eine maßnahme vom jobcenter wehren?
hallo. ich bin quasi arbeitsunfähig seit meinem 18ten lebensjahr. ich wiege 200 kg und habe eine betreuung weil ich sonst gar nichts schaffen würde. sie bringt mich zu terminen und begleitet mich zu arzt besuchen. das einzige was ich noch alleine kann ist einkaufen und das auch nur weil es nunmal lebensnotwendig ist ,jedoch bin ich danach total erschöpft und fertig.ich kann keine 200 meter mehr laufen.und mal ganz abgesehen von meiner körperlich verfassung leide ich seit meiner kindheit an starken depressionen,borderline,panikattacken,einer traumatischen belastungsstörung und angstzuständen. ich bin demnach körperlich sowie auch psychisch ziemlich fertig. gestern war ich beim amtsarzt zur begutachtung sowie auch einmal vor 2 jahren. und die ärztin sagt mir ernsthaft,das es zumindest köperlich nicht ausreichen würde das ich weiterhin krank geschrieben werden kann und sagte,das eine maßnahme sicherlich gut sein kann.und das obwohl ich bereits sagte,das ich körperlich unfähig bin irgendwas alleine zu schaffen und ,meine betreuerin mich überallhin begleiten muss.(ich habe kein auto)ich bin vollkommen entsesetzt und habe nun angst das sie mich in eine maßnahme stecvken welche ich einfach nicht schaffe und sie mir dann das minum an geld nehmen welches ich bekomme und ich dann verhungernd und auf der starße leben muss,eben weil es ein ding der unmöglichkeit für mich darstellt.kann man sich da irgendwie wehren?sie sagt sie findet ich sei zu jung um berentet zu werden (28).ich habe gerade wirklich angst.kann man einen menschen zwingen etwas für ihn unmögliches zu tun?ich hab das gefühl die wollen irgendeine quote erfüllen und solange man die arme bewegen kann,ist man arbeitsfähig...hilfe :(
  • Kuno Kruse
    Kuno Kruse

    Autor im Ressort Gesellschaft