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Verhungertes Kleinkind: Robins Mutter muss acht Jahre ins Gefängnis

Im Prozess um den qualvollen Hungertod des kleinen Robin aus dem sächsischen Kirchberg ist die Mutter zu einer Freiheitsstrafe von acht Jahren verurteilt worden. Damit blieb das Landgericht Chemnitz unter dem Antrag der Staatsanwaltschaft.

Die Haftstrafe für die Mutter des qualvoll verhungerten und verdursteten Robin ist um zweieinhalb Jahre erhöht worden. Das Landgericht Chemnitz verurteilte die 25-Jährige Yvonne E. aus dem sächsischen Kirchberg in einem zweiten Prozess wegen Totschlags in Tateinheit mit Misshandlung Schutzbefohlener zu acht Jahren Haft. Das Urteil vom Mittwoch ist rechtskräftig, weil alle Seiten auf Rechtsmittel verzichtet haben.

Die Angeklagte hatte ihren zweijährigen kranken Sohn kurz vor Weihnachten 2007 fast drei Tage lang allein in seinem Gitterbett zurückgelassen und einen Bekannten in Brandenburg besucht. Robin war bei ihrer Abreise so geschwächt, dass er seine Trinkflasche nicht mehr selbst halten konnte. Die Mutter legte ihm lediglich ein paar Kekse und eine Flasche hin, ehe sie wegfuhr.

Obwohl sie bei der Rückkehr an Heiligabend deutlich sehen musste, dass es dem Kind sehr schlechtging, holte sie keine Hilfe. Einen Arzt benachrichtigte sie erst, als Robin schon nicht mehr atmete. Am 26. Dezember 2007 starb er.

Im ersten Prozess hatte das Landgericht Zwickau sie am 3. Juli 2008 zu fünfeinhalb Jahren wegen Kindesaussetzung verurteilt. Die Richter hatten der Frau verminderte Schuldfähigkeit zugebilligt und dies mit einer Borderline-Persönlichkeitsstörung begründet.

Dieses Urteil hatte der Bundesgerichtshof aufgehoben und war damit dem Revisionsantrag der Staatsanwaltschaft gefolgt. Diese hatte ursprünglich Anklage wegen Mordes erhoben. Am Mittwoch forderte die Staatsanwaltschaft acht Jahre und sechs Monate Haft. Die Verteidigung schloss sich diesem Antrag an.

DPA/AP / AP / DPA