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Vermisste Achtjährige: Identität der Mädchenleiche bleibt unklar

Auch wenn die Wahrscheinlichkeit gestiegen ist, dass die vermisste achtjährige Kardelen aus Paderborn Opfer eines Verbrechens wurde: Die Polizei ist sich noch nicht sicher, ob es sich bei einer am Möhnesee gefundenen Mädchenleiche um die Vermisste handelt. Die Untersuchungen dauern an.

Bei der Suche nach der vermissten achtjährigen Kardelen aus Paderborn hat die Polizei am Donnerstag die Leiche eines Mädchens gefunden. Das tote Kind sei in einem Waldgebiet am Südufer des Möhnesees in der Nähe der Staumauer entdeckt worden, sagte Polizeisprecher Martin Schultz. Ob es sich um die seit Montag Vermisste handelt, kann die Polizei aber weiterhin nicht sagen.

Auf einer Pressekonferenz am Nachmittag berichtete Oberstaatsanwalt Horst Rürup, dass die entdeckte Mädchenleiche unter zahlreichen Zweigen versteckt worden sei. Um keinerlei Spuren zu beseitigen, lege die Spurensicherung die Leiche vorsichtig Ast für Ast frei. Dies erfordere Zeit. Die Identitat des Mädchens werde daher erst nach Abschluss einer Obduktion durch die Gerichtsmedizin in Münster am Freitag klar werden.

Früher am Tag hatte die Polizei mitgeteilt, sie gehe in dem Fall der vermissten Kardelen mittlerweile von einem Verbrechen aus. Am Mittwoch hatten zwei Joggerinnen am Rande einer Uferstraße in der Nähe des 60 Kilometer vom Wohnort entfernten Möhnesees Kleidungsstücke des Kindes gefunden. Nach dem Kleiderfund verdichteten sich die Anzeichen auf ein Gewaltverbrechen.

Die Eltern von Kardelen werden von Opferschutzbeauftragten der Polizei betreut. Der 34-jährige Vater des Mädchens musste am Dienstag nach einem Schwächeanfall ins Krankenhaus gebracht werden. Vor dem Wohnhaus der Eltern, das in einer gepflegten Paderborner Straße liegt, legten Menschen Blumen nieder.

Neben einer Hundertschaft der Polizei wurden bei der Suche am Donnerstag auch Spürhunde eingesetzt. Im Laufe des Tages sollten Taucher und ein Hubschrauber hinzugezogen werden. Auf dem Möhnesee trieben am Donnerstagmorgen noch Eisschollen. Auch die Strömungen nahe der Staumauer erschwerten den Tauchern die Arbeit. Am Mittwoch war die Suche erst in der Dunkelheit abgebrochen worden. Am Abend hatte die Polizei die Talsperre noch ergebnislos mit einem Hubschrauber mit Wärmebildkamera abgeflogen.

Zusätzlich zu der Suchaktion hat die Polizei auch eine weitere Öffentlichkeitsfahndung mit großen Plakaten vorbereitet. "Wir wollen diese Plakate an der Strecke zwischen Paderborn und dem Möhnesee anbringen", sagte die Sprecherin. Möglicherweise sei einem Pendler oder anderen Zeugen auf der etwa 60 Kilometer langen Strecke etwas aufgefallen, das bei der Suche nach dem Kind helfen könne.

DPA/dho / DPA