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1999 in Hamburg verschwunden Polizei sucht mysteriösen Anrufer – neue Spur im Vermisstenfall Hilal Ercan

Hilal Ercan aus Hamburg-Lurup verschwand am 27. Januar 1999 spurlos
Hilal Ercan aus Hamburg-Lurup verschwand am 27. Januar 1999 spurlos
© Polizei Hamburg
Sie ist das einzige langzeitvermisste Kind in Hamburg: 1999 verschwand die damals zehnjährige Hilal Ercan spurlos. Jetzt verfolgt die Polizei eine neue Spur.

Es ist ein Fall, der die Ermittlerinnen und Ermittler auch nach mehr als 20 Jahren nicht ruhen lässt: das spurlose Verschwinden der Schülerin Hilal Ercan aus dem Hamburger Stadtteil Lurup am 27. Januar 1999.

Jetzt verfolgt die Polizei in der Hansestadt eine neue Spur und wendet sich erneut an die Öffentlichkeit. Die Beamtinnen und Beamten suchen einen Mann, der sich am 23. Juni 2021 und 10.03 Uhr telefonisch bei der Polizei gemeldet hat, ohne seinen Namen oder seine Erreichbarkeit zu nennen. In dem Telefonat habe der unbekannte Anrufer mitgeteilt, er habe am Tag von Hilals Verschwinden Beobachtungen an dem Einkaufszentrum gemacht, in dem das Mädchen zuletzt gesehen wurde. Welche Beobachtungen der Mann geschildert hat, teilt die Polizei nicht mit, aber sie sind offenbar von großem Interesse.

Fall Hilal Ercan beschäftigt Hamburger Polizei seit 22 Jahren

Das Landeskriminalamt ruft den Unbekannten nun auf, sich nochmals zu melden – es gebe weitere Fragen an den Mann. "In diesem Zusammenhang weist die Polizei Hamburg darauf hin, dass die Ermittlungsbehörden nach wie vor zur Aufklärung des Geschehens auf die Hilfe von Zeugen angewiesen sind", so ein Polizeisprecher. Die Staatsanwaltschaft hatte jüngst die Belohnung für Hinweise zur Aufklärung des Falls von 5.000 auf 20.000 Euro angehoben.

Das Verschwinden des Mädchens hatte 1999 und in den Jahren danach bundesweit für Aufmerksamkeit gesorgt. Die damals zehnjährige Viertklässlerin hatte am 27. Januar, einem Mittwoch, ein gutes Zeugnis mit nach Hause gebracht. Zur Belohnung durfte sie sich Süßigkeiten kaufen. Gegen 13.15 Uhr machte sich das Mädchen auf den Weg zu einem nur rund 100 Meter entfernten Einkaufszentrum. Dort verschwand sie spurlos. Nach bisherigem Ermittlungsstand gilt es als wahrscheinlich, "dass Hilal Ercan auf dem Parkplatz vor dem Einkaufszentrum Elbgaustraße gegen ihren Willen in ein Fahrzeug gezogen und anschließend an einen unbekannten Ort verbracht wurde", so die Behörden.

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Das Verschwinden zog eine beispiellose Suchaktion nach sich. Auch in den Folgejahren waren die Ermittlerinnen und Ermittler immer wieder Hinweisen nachgegangen. Sogar ein Verdächtiger wurde ermittelt – eine Verstrickung in den Fall konnte ihm aber nicht nachgewiesen werden. Die Polizei wandte sich etliche Male an die Öffentlichkeit, bisher jedoch ohne zählbaren Erfolg. "Auch heute – mehr als zwanzig Jahre später – lassen das für ungeklärte Vermisstenfälle und Altfallermittlungen zuständige LKA 442 und die für Kapitaldelikte zuständige Abteilung 66 der Staatsanwaltschaft Hamburg ihre Arbeit nicht ruhen", versicherte eine Beamtin zuletzt im "Hamburger Abendblatt".

Das Fahndungsplakat der Hamburger Polizei zum Verschwinden von Hilal Ercan
Der Zeugenaufruf der Hamburger Polizei zum Verschwinden von Hilal Ercan
© Polizei Hamburg

Hinweise zum Vermisstenfall Hilal Ercan nimmt die Hamburger Polizei unter der Telefonnummer (040) 428656789 oder unter der E-Mail-Adresse hinweise-hilalercan@polizei.hamburg.de entgegen. Zeuginnen und Zeugen können sich auch an jede Polizeidienststelle wenden.

Quellen: Polizei Hamburg (1), Polizei Hamburg (2), "Hamburger Abendblatt"


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