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Fall Anne-Elisabeth Hagen: Hat Multimillionär seine Frau getötet? Gericht will Freilassung, Polizei ist dagegen

Rund anderthalb Jahre nach dem Verschwinden seiner Frau kam der norwegische Millionär Tom Hagen vergangene Woche in U-Haft. Jetzt will ein Gericht ihn freilassen, doch die Polizei ist offenbar dagegen.

Dieses von der norwegischen Polizei zur Verfügung gestellte Foto zeigt Anne-Elisabeth Falkevik Hagen

Dieses von der norwegischen Polizei zur Verfügung gestellte Foto zeigt Anne-Elisabeth Falkevik Hagen, die entführte Frau eines der reichsten Männer Norwegens

DPA

Der im Fall der verschwundenen Anne-Elisabeth Hagen festgenommene Ehemann Tom Hagen soll nach dem Willen eines norwegischen Gerichts aus der Untersuchungshaft entlassen, werden. Zwei der drei Richter sind der Ansicht, dass kein ausreichender Grund für den Verdacht einer Straftat des 70-Jährigen besteht und er deshalb auf freien Fuß gesetzt werden sollte, wie am Donnerstag aus einem Beschluss des Obergerichts Eidsivating hervorging. Wie mehrere norwegische Medien berichteten, bleibt der Multimillionär aber weiter in Gewahrsam, da die Polizei gegen diesen Entschluss beim Obersten Gerichtshof in Berufung gegangen ist.

Anne-Elisabeth Hagen ist seit 2018 verschwunden

Das Bezirksgericht Nedre Romerike in Lillestrøm bei Oslo hatte vor rund einer Woche entschieden, den Unternehmer wegen des Risikos der Beweisvernichtung für vier Wochen in Untersuchungshaft zu nehmen, die ersten beiden Wochen davon in vollständiger Isolation. Damit folgte es einem Antrag der Polizei. Anwalt Svein Holden hatte dagegen Berufung eingelegt.

Anne-Elisabeth Hagen war vor eineinhalb Jahren spurlos aus dem Familienhaus in Lørenskog nahe Oslo verschwunden. Die Polizei ging zunächst von einer Entführung aus, änderte später aber ihre Haupthypothese dahingehend, dass die Entführung nur vorgetäuscht worden und sie wahrscheinlich getötet worden sei.

Am Dienstag vergangener Woche war ihr Mann Tom überraschend festgenommen worden. Er wies eine Schuld über seinen Anwalt von sich. Zu einem möglichen Tatmotiv des Geschäftsmannes machte die Polizei am Dienstag keine genaueren Angaben. Die Untersuchungen gingen weiter, auch weitere Festnahmen könnten nicht ausgeschlossen werden, sagte Polizeistaatsanwältin Åse Kjustad Eriksson. Laut Polizeichefin Ida Melbo Øystese sind mehrere zentrale Fragen weiter offen: Dazu zähle neben Hagens Rolle bei der Tat und möglichen weiteren involvierten Personen vor allem die, wo sich Anne-Elisabeth Hagen befindet.

Eine Kombo zeigt links das verpixelte Gesicht einer dunkelhäutigen Jugendlichen, rechts ein Auto in der Dunkelheit

Das Verschwinden von Anne-Elisabeth Hagen gilt als einer der aufsehenerregendsten Kriminalfälle der jüngeren norwegischen Geschichte.

mad / DPA
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