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Seit über sechs Wochen verschwunden: Ermittler machen im Fall Rebecca Hoffnung auf Fortschritte – die Familie hält weiter zusammen

Im Fall der vermissten Schülerin Rebecca aus Berlin sind inzwischen über 2000 Hinweise bei der Polizei eingegangen. Die Beamten sind zuversichtlich, bald neue Anhaltspunkte zu finden.

Suchaktion der Polizei am Herzberger See, vermisste Rebecca aus Berlin

Eine Suchaktion der Polizei am Herzberger See in Brandenburg nach der vermissten Rebecca aus Berlin in der vergangenen Woche blieb erfolglos 

Vor 45 Tagen verschwand die 15-jährige Rebecca aus Berlin – bis heute gibt es keine Spur von ihr. Wochenlang beherrschte das ungeklärte Schicksal der Schülerin die Schlagzeilen. Inzwischen ist es ruhiger geworden in dem Fall – zumindest in der Presse.

Abseits der Öffentlichkeit gehen die Ermittlungen der Mordkommission mit hoher Intensität weiter. Die Beamten sind davon überzeugt, dass die Jugendliche nicht mehr am Leben ist. Doch einen endgültigen Beweis dafür haben sie nicht. Die Leiche Rebeccas wurde trotz diverser großangelegter Suchaktionen in Berlin und Brandenburg bislang nicht gefunden. Und der tatverdächtige Schwager des Mädchens wurde nach 18 Tagen aus der Untersuchungshaft entlassen. (Lesen Sie hier im stern mehr dazu.)

Über 2000 Hinweise im Fall Rebecca

Inzwischen sind rund 2200 Hinweise aus der Bevölkerung bei der Polizei eingegangen, erklärte ein Sprecher, darunter auch solche von selbsternannten Hellsehern. Die Hinweise werden fortwährend priorisiert und abgearbeitet, regelmäßig treffen sich die Mordermittler zur Lagebesprechung. Nun macht die Berliner Staatsanwaltschaft neue Hoffnung, dass in den Fall wieder Bewegung kommt. "Wir sind zuversichtlich, dass wir bald einen neuen und wichtigen Anhaltspunkt finden, der uns zu Rebecca führen könnte", zitiert "Focus Online" Behördensprecher Martin Steltner. Nähere Angaben wollte er demnach mit Rücksicht auf die laufenden Ermittlungen nicht machen.

So ist auch unklar, ob sich die Hoffnung auf neue Erkenntnisse der Mordkommission stützt oder sie ihrer bisherigen Hypothese nachgeht: Danach gehen die Ermittler davon aus, das Rebecca das Haus ihres Schwagers und ihrer ältesten Schwester in Berlin-Britz am Morgen des 18. Februar nicht bei Bewusstsein verlassen hat. Dieser Schluss habe sich "aus dem Telefonverhalten von Rebecca und der Auswertung der Routerdaten aus dem Haus" ergeben, sagte Michael Hoffmann, Leiter der federführenden Mordkommission, Anfang März im ZDF. Zur fraglichen Tatzeit sei Rebeccas Schwager mit der Schülerin alleine gewesen.

Zudem habe der 27-Jährige nach dem Verschwinden des Mädchens mindestens zwei verdächtige Autofahrten gemacht, die bislang nicht schlüssig erklärt worden seien: Am Morgen des 18. Februar und in der Nacht vom 19. auf den 20. Februar wurde das Kennzeichen des himbeerroten Renault Twingo demnach auf der Autobahn 12 südöstlich von Berlin von einem automatischen Überwachungssystem erfasst. Zu den Zeiten habe ausschließlich der Schwager Rebeccas Zugriff auf das Fahrzeug gehabt, so Hartmann weiter.

Mutter glaubt an Entführung

Ein "dringender Tatverdacht" gegen den Mann bestehe nicht mehr, sagte Staatsanwalt Steltner nach dessen Entlassung aus der U-Haft. Gleichwohl sei er weiter im Fokus der Ermittler.

Die Angehörigen Rebeccas beteuerten in diversen Interviews immer wieder, dass sie an die Unschuld des Schwagers glaubten und vermittelten das Bild eines festen Zusammenhalts innerhalb der Familie.

Zuletzt äußerte sich der Vater der Vermissten in der "Bild"-Zeitung: "Innerhalb der Familie hat keiner Zweifel an ihm", sagte der Fliesenleger dem Blatt. "Wir haben mit Florian seit seiner Freilassung gesprochen, auch nachgebohrt, was an dem Tag von Rebeccas Verschwinden passiert ist. Aber er darf nichts sagen, seine Anwältin hat ihm das verboten."

Die Familie hat die Hoffnung nicht aufgegeben, Rebecca wieder in die Arme schließen zu können. So sagte die Mutter des Mädchens in einem Interview mit RTL kürzlich, dass sie davon ausgehe, dass ihre Tochter "irgendwo festgehalten" werde. Sie appellierte an mögliche Entführer: "Und darum möchte ich auch bitten, wenn diejenigen mich hören, sie endlich freizulassen." Auch sie bekräftigte, dass sie ihren Schwiegersohn für unschuldig halte.

Nachdem auch die jüngste Suchaktion der Polizei in Brandenburg ohne Ergebnis blieb, schrieb die jüngere der beiden Schwestern Rebeccas bei Instagram: "Jeden Tag starre ich in den Himmel, sehe die Sonnenstrahlen und schicke meine Gebete zu Gott, auf dass er sie erhört und uns unseren kleinen Engel wohlbehalten zurück bringt." Und: "Ich weiß, dass du da bist. Ich spüre, dass du lebst."

Hier geht's zum Fahndungsaufruf der Polizei.

Quellen: "Focus Online", "Bild"-Zeitung, ZDF, RTLPolizei Berlin, Nachrichtenagentur DPA