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Zweiter Jahrestag: "Wir suchen Inga immer noch und wir wollen auch nicht aufgeben"

Auch heute noch, volle zwei Jahre nach ihrem Verschwinden, gehen bei der Polizei wöchentlich Hinweise auf Inga Gehricke ein. Fast überall auf der Welt wurde das Mädchen angeblich schon gesehen. Trotzdem fehlt von dem Kind weiter jede Spur.

Bundesweit hängen immer noch Suchplakate: Inga verschwand vor zwei Jahren, bis heute gibt es keine Spur.

Bundesweit hängen immer noch Suchplakate: Inga verschwand vor zwei Jahren, bis heute gibt es keine Spur.

Wo ist Inga? Auf diese Frage gibt es auch zwei Zwei Jahre nach dem spurlosen Verschwinden des damals fünfjährigen Mädchens in einem Wald bei Stendal keine Antwort. Ihr Schicksal ist weiterhin komplett ungewiss. Doch immer noch gehen bei der Polizei vereinzelt Hinweise ein. "Wir bekommen pro Woche durchschnittlich noch zwei bis drei Tipps", sagt der Magdeburger Polizeisprecher Mike von Hoff. Insgesamt seien in den zwei Jahren seit Ingas Verschwinden mehr als 2000 Hinweise überprüft worden.

"Es gab 600 Sichtungen weltweit", sagt von Hoff. In keinem Fall war am Ende sicher, dass es sich um das Mädchen aus Schönebeck handelte. Hinweise seien aus New York, Norwegen, England, der Schweiz und vielen Regionen Deutschlands gekommen. Ob das Mädchen Opfer eines Verbrechens wurde, ob es noch lebt - dazu kann es keine gesicherten Aussagen geben. Bundesweit hängen vielerorts immer noch die Fahndungsplakate mit Ingas Bild. "Wir suchen immer noch nach dem Mädchen und wir wollen auch nicht aufgeben", sagte von Hoff.

Das damals etwa 1,20 Meter große, blonde Mädchen mit der großen Zahnlücke hatte am 2. Mai 2015 gemeinsam mit anderen im Wald Holz für ein Lagerfeuer gesammelt und war nicht zurückgekehrt. Ingas Familie war im Stendaler Ortsteil Wilhelmshof zu Besuch. Kurz nach ihrem Verschwinden begann eine riesige Suchaktion in dem gut 3500 Hektar großen Wald. Die Ermittler nutzten Fernsehsendungen, prüften mögliche Verbindungen zu anderen Fällen, setzten besonders sensible Suchhunde ein. Dennoch ist Inga bis heute wie vom Erdboden verschwunden.

Fall Inga - Ermittler kehren zum Tagesgeschäft zurück

Die bis zu 40 Mann starke Ermittlungsgruppe war im August vergangenen Jahres aufgelöst worden. Die letzten fünf Beamten, die sich speziell mit diesem Fall beschäftigen, sollen ab Ende dieser Woche zum normalen Tagesgeschäft zurückkehren, sagte von Hoff. Die Akten zum Fall Inga hatte die Polizei schon im Dezember ohne heiße Spur an die Staatsanwaltschaft übergeben. 16 Kartons mit 150 Bänden Akten waren zusammengekommen.

Die Staatsanwaltschaft Stendal hat das Ermittlungsverfahren nach Angaben von Sprecher Thomas Kramer inzwischen - formell - eingestellt. "Weil es zur Zeit keinen hinreichenden Tatverdacht gegen eine bestimmte Person gibt", sagte er. "Das Verfahren wird aber sofort wieder aufgenommen, sobald neue Anhaltspunkte für Ermittlungen kommen, die die jetzige Situation ändern beziehungsweise wenn Inga gefunden wird", betonte der Sprecher der Staatsanwaltschaft.

Die Hoffnungen, dass Inga eines Tages doch noch gefunden wird, ruhen nun vor allem auf der Web-Seite www.woistinga.de, auf der jederzeit Hinweise abgegeben werden können. Oder eben auf jene zwei bis drei Tipps, die immer noch wöchentlich bei der Polizei eingehen. Einmal, so der Gedanke der Ermittler, muss doch der entscheidende Hinweis dabei sein.


dho / DPA