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Vermisster Mirco aus Grefrath: Ein Dorf in Schockstarre

Wo ist Mirco? Das Verschwinden des 10-Jährigen versetzt den kleinen Ort Grefrath in Angst und Schrecken. stern.de fand heraus, dass der Junge zuletzt mit zwei Mädchen gesehen wurde.

Von Frank Gerstenberg, Grefrath

Der Weg von den Skaterrampen am Schulzentrum in Oedt zur Stadionstraße in Grefrath ist am hellichten Tag idyllisch: Im Schatten großer Pappeln radeln Eltern mit ihren Kindern am Ufer der Niers entlang. Auf dem kleinen Flüsschen zwischen Krefeld und Viersen versuchen Freizeit-Kanuten, ihr Bötchen auf Kurs zu halten. Im Hintergrund zieht ein Trecker auf dem Flugplatz Niershorst ein Segelflugzeug in die Luft. Die ideale Strecke für einen kleinen Ausflug.

"Nachts würde ich hier allerdings nicht alleine langfahren - und als 10-Jähriger schon gar nicht", sagt Michael Tomerius. Der 16-jährige kennt die Gegend im 13.000-Einwohner-Städtchen Grefrath bei Krefeld in- und auswendig. Elf Jahre lang ging er mehrmals am Tag mit seinem Berner Sennenhund Gino an der Niers spazieren, auch schon als Zwölfjähriger, auch abends und im Winter. "Ich hatte nie Angst, ich hatte ja meinen Hund dabei."

Ohne diesen Beschützer hätte er es sich aber nicht getraut. "Es gibt viele dunklen Ecken, der Weg führt durch einen kleinen Tunnel, rechts und links sind weite Felder, auf denen einen niemand hört", sagt der schlaksige Auszubildende. Sein Kumpel Huber Lennart, 16, ist sich sicher: "Als Zehnjähriger hätte ich nicht so lange von zu Hause wegbleiben dürfen."

Mirco zuletzt mit zwei Mädchen gesehen

Die beiden Freunde gehören zu einer Skater- und BMX-Clique, die sich regelmäßig an der Anlage in Oedt trifft. Markus Winkler, 19, ist jeden Tag hier. Er wohnt nur zwei Minuten von der Rampe entfernt, auf der die Jugendlichen mit ihren Skateboards und BMX-Rädern waghalsige Kunststücke ausprobieren. Möglicherweise ist Markus einer der letzten, die Mirco vor seinem Verschwinden gesehen haben.

Der Mechaniker-Azubi erinnert sich gut an den Zehnjährigen mit Irokesenschnitt: "Ich hatte ihn hier noch nie gesehen. Mich hat gewundert, dass so ein kleiner Junge so lange draußen bleiben darf." Es war 21.30 Uhr an diesem Freitagabend, den 3. September. In der Nähe der Skateranlage wurde gerade Schützenfest gefeiert, fünf Kilometer entfernt lief in Nettetal ein großes Open-Air-Festival mit Amy McDonald.

Markus erinnert sich, dass Mirco nicht allein war: "Zwei Mädchen saßen mit ihm auf der Rampe. Ich habe mich kurz mit ihnen unterhalten, sie waren 13 und 14 Jahre alt und kamen aus Oedt." Bislang war immer nur von einem Freund die Rede, den Mirco nach Hause gebracht haben soll. "Um etwa zwanzig vor zehn", sagt Markus, "sind die drei gefahren". Vermutlich die Niers entlang.

Eltern und Kinder in Angst

Der zehnjährige Jan wohnt nur drei Minuten von der Skateranlage entfernt. Seine Eltern haben dem blonden Jungen, der ein grünes T-Shirt zu seinen schwarzen Sneakers trägt und unter dem Arm sein Skateboard hält, trotzdem verboten, allein zu den Halfpipes zu gehen. Malte, sein 14-jähriger Freund mit dem BMX-Rad, muss ihn begleiten. Um 18 Uhr muss er unter der Woche zu Hause sein, um 19 Uhr am Wochenende. Der nette Junge mit den Sommersprossen sieht nicht wie ein ängstlicher Typ aus. Seit dem Freitag vor acht Tagen ist ihm trotzdem "mulmig, wenn ich mal allein irgendwo hingehen muss, zum Beispiel zur Bushaltestelle."

Damit ist er nicht allein. Das Verschwinden von Mirco, der die örtliche Hauptschule besucht und dessen Eltern in der Freikirchlichen Gemeinde Krefeld engagiert sind, hat das Leben in dem beschaulichen Niederrhein-Städtchen verändert. Henning Petersmann, 31, Juniorchef des Sport- und Tagungshotels Grefrath und Vater eines dreijährigen Sohnes, muss jeden Tag am Liebfrauen-Gymnasium in Mühlhausen, einem Stadtteil von Grefrath vorbeifahren. "Seit Montag dieser Woche stehen die Autos vor der Schule in Zweierreihen."

Eltern wollen ihre Kinder nicht mehr mit dem Bus nach Hause fahren lassen, sondern holen sie ab. "Es herrscht große Bedrückung und Besorgnis in Grefrath. So etwas habe ich hier noch nie erlebt", sagt der Hotelier.

Lesen Sie auf der nächsten Seite: Früher haben die Grefrather die Türen einfach offengelassen. Das ist jetzt vorbei - Eltern und Kinder sind übervorsichtig

"Nie gedacht, dass hier so etwas passiert"

Claudia A., 41, möchte ihren Sohn Daniel zwar nicht zusätzlich verunsichern. Zum Handballtraining hat sie ihn dennoch mit dem Auto gebracht. Obwohl die Halle nur 500 Meter von ihrem Wohnhaus entfernt ist. Der Junge versuchte zu meutern: "Mama, das ist blöd, ich werde bald 14." Die Grefratherin ließ nicht mit sich verhandeln: "Ich diskutiere darüber nicht mit dir." Später erfuhr sie von ihrem Sohn, dass alle Kinder von ihren Eltern mit dem Auto zum Training gebracht wurden.

Wie lange das so weitergehen soll, weiß die 41-jährige Mutter mit den schulterlangen blonden Haaren nicht, die wenige Meter von Mircos Elternhaus entfernt wohnt: "Wir müssen halt im Moment besonders vorsichtig sein."

Das Verbrechen hat sich in eine friedliche Idylle gefressen. "Hier schien die Welt eigentlich in Ordnung", sagt ihr Nachbar Marco M., 46. "Man konnte die Tür auch mal offen stehen lassen, anders als etwa in Düsseldorf oder Berlin. Das ist jetzt vorbei. Allen ist jetzt klar, dass ein solches Verbrechen überall passieren kann."

Auch die Kinder denken um

Auch bei den Kindern hat sich das Bewusstsein verändert. Marco M. holte jetzt seine zwölfjährige Tochter von einem Schulfest in Viersen ab. "Sie stand pünktlich um 20.30 Uhr am Parkplatz, sonst versucht sie immer noch zu verhandeln." Seine Frau Susann M., 45, fragt auf die Frage, wie sie sich als Mutter derzeit in Grefrath fühle, zurück: "Haben Sie Kinder? Es ist schrecklich. Das verfolgt einen Tag und Nacht."

Ihre Nachbarin Claudia A. beobachtet sich dabei, wie sie auf dem Weg zu ihrer Arbeitsstelle nach Kaldenkirchen rechts und links der Straße Ausschau danach hält, ob sie etwas Auffälliges entdeckt. Sie kommt jeden Morgen am Parkplatz an der Hinsbecker Straße vorbei, wo die Jogginghose gefunden wurde: "Dabei bekomme ich immer eine Gänsehaut."

Mircos hellgrünes Fahrrad mit dem schwarzen Lenker und dem schwarzen Gepäckträger wurde zwischen Grefrath und dem Stadtteil Mühlhausen auf einem kleinen Wirtschaftsweg in der Nähe einer Villa gefunden. Rund einen Kilometer vor dem Elternhaus. stern.de ist die Strecke abgefahren: Mit dem Fahrrad benötigt man rund eine halbe Stunde für die sechs Kilometer zwischen Oedt und Grefrath. Viel Zeit für einen Überfall. Ein Unternehmer aus Grefrath, der nicht genannt werden will, kann nicht verstehen, dass ein Zehnjähriger diesen Weg um 22 Uhr abends alleine fährt: "Ich hätte meinem Sohn das nicht erlaubt."

Grefrather beten für Mirco

Die Hintergründe des Abends sind weiter unklar. Angeblich soll die Mutter ihren Sohn noch gegen 21 Uhr angerufen haben, das Handy soll bei den polizeilichen Ermittlungen zuletzt im rund zwölf Kilometer entfernten Wachtendonk geortet worden sein; dort haben Spezial-Spürhunde auch die Fährte verloren.

Claudia A. tun der Junge und die Familie "unendlich leid". Vor zwei Tagen besuchte sie und ihre Nachbarn gemeinsam mit vielen hundert anderen Grefrathern den ökumenischen Gottesdienst: "Die Kirche war so voll wie zu Weihnachten", sagt Nachbar Marco M. "Alle in Grefrath sind betroffen, ob jung oder alt", sagt Susann M. Wie groß die Solidarität ist, zeigt auch diese Szene: Während der gesamten Woche brachten die Grefrather den Hundertschaften der Polizei, die vom Eissportzentrum Grefrath aus die Wälder und Wiesen zwischen um Grefrath durchkämmen, Kaffee und Kuchen.

Das Schlimmste für die Eltern und Kinder in Grefrath ist die Unsicherheit: "Wir wissen ja nicht, wie und wann dieser Albtraum zu Ende geht", sagt Claudia A. Wie Marco M. ist auch Skater Markus Winkler "schockiert, dass so etwas hier passiert ist. Jetzt müssen wir halt alle aufeinander aufpassen."

kann man sich gegen eine maßnahme vom jobcenter wehren?
hallo. ich bin quasi arbeitsunfähig seit meinem 18ten lebensjahr. ich wiege 200 kg und habe eine betreuung weil ich sonst gar nichts schaffen würde. sie bringt mich zu terminen und begleitet mich zu arzt besuchen. das einzige was ich noch alleine kann ist einkaufen und das auch nur weil es nunmal lebensnotwendig ist ,jedoch bin ich danach total erschöpft und fertig.ich kann keine 200 meter mehr laufen.und mal ganz abgesehen von meiner körperlich verfassung leide ich seit meiner kindheit an starken depressionen,borderline,panikattacken,einer traumatischen belastungsstörung und angstzuständen. ich bin demnach körperlich sowie auch psychisch ziemlich fertig. gestern war ich beim amtsarzt zur begutachtung sowie auch einmal vor 2 jahren. und die ärztin sagt mir ernsthaft,das es zumindest köperlich nicht ausreichen würde das ich weiterhin krank geschrieben werden kann und sagte,das eine maßnahme sicherlich gut sein kann.und das obwohl ich bereits sagte,das ich körperlich unfähig bin irgendwas alleine zu schaffen und ,meine betreuerin mich überallhin begleiten muss.(ich habe kein auto)ich bin vollkommen entsesetzt und habe nun angst das sie mich in eine maßnahme stecvken welche ich einfach nicht schaffe und sie mir dann das minum an geld nehmen welches ich bekomme und ich dann verhungernd und auf der starße leben muss,eben weil es ein ding der unmöglichkeit für mich darstellt.kann man sich da irgendwie wehren?sie sagt sie findet ich sei zu jung um berentet zu werden (28).ich habe gerade wirklich angst.kann man einen menschen zwingen etwas für ihn unmögliches zu tun?ich hab das gefühl die wollen irgendeine quote erfüllen und solange man die arme bewegen kann,ist man arbeitsfähig...hilfe :(