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Vermögen im Kachelofen: Hausbesitzer muss D-Mark-Schatz zurückzahlen

Ein Abenteuer wie aus einer "Drei-???"-Folge: Ein Mann renoviert sein Haus und findet gut 300.000 D-Mark in einem alten Kachelofen. Ein Gericht entschied nun, dass der Schatz jemand anderem zusteht.

Ein Düsseldorfer Hauskäufer, der bei Renovierungsarbeiten knapp 304.000 D-Mark Bargeld in einem eingemauerten Kachelofen gefunden hatte, muss das Geld an die Erbin einer früheren Eigentümerin des Hauses auszahlen. Bei der Entdeckung der Banknoten handele es sich nicht um einen Schatzfund im klassischen Sinne, urteilte am Freitag das Landgericht Düsseldorf. Vielmehr habe die Beweisaufnahme ergeben, dass das Geld der 1993 verstorbenen damaligen Hauseigentümerin gehört habe.

Der von der Erbin verklagte Hauskäufer hatte das Mehrfamilienhaus 2008 erworben und später in dem Kachelofen im ersten Obergeschoss zwei verschlossene Stahlkassetten gefunden. Darin befanden sich die D-Mark-Noten, teilweise versehen mit Banderolen aus den Jahren von 1971 bis 1977. Vor Gericht machte der Hauskäufer geltend, das Geld stamme aus dem Eigentum eines unbekannten Dritten.

Hauseigentümer bekommt 5000 Euro Finderlohn

Die Richter schlossen sich dieser Argumentation nicht an. Sie verwiesen auf die Aussage einer Zeugin in dem Verfahren, wonach die sehr vermögende Hauseigentümerin noch kurz vor ihrem Tod gesagt haben soll: "Es gibt Menschen, die Geld im Kamin verstecken." Zudem habe außer der Erblasserin nach dem Tod ihres Mannes niemand sonst in der Wohnung gelebt, unterstrichen die Richter. Auch hätten spätere Hauseigentümer keine Eigentumsrechte an den Banknoten geltend gemacht - all dies könne als Beleg gewertet werden, dass das Geld in dem Ofen der reichen Ex-Hauseigentümerin gehört habe.

Der Finder des Geldes soll nun nach dem Willen des Landgerichts der Erbin knapp 146.000 Euro auszahlen - er selbst muss sich mit 5000 Euro Finderlohn begnügen. Gegen das Urteil ist allerdings Berufung beim Oberlandesgericht Düsseldorf möglich.

lin/AFP / AFP
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