HOME

Verpfuschte Hinrichtung: Mörder stirbt nach qualvollem Todeskampf an Herzinfarkt

Ein zum Tode verurteilter Mann im US-Staat Ohio erhält die tödliche Giftspritze. Doch das Mittel wirkt nicht. Fast eine Stunde dauert der qualvolle Todeskampf. Das Gift war zuvor nicht erprobt worden.

Unter scharfer Kritik haben mehrere US-Bundesstaaten in letzter Zeit nicht erprobte Giftmischungen ausprobiert, da die europäischen Hersteller ihre Mittel nicht weiter für Hinrichtungen verfügbar machen wollen

Unter scharfer Kritik haben mehrere US-Bundesstaaten in letzter Zeit nicht erprobte Giftmischungen ausprobiert, da die europäischen Hersteller ihre Mittel nicht weiter für Hinrichtungen verfügbar machen wollen

In den USA ist ein Mörder laut Medienberichten bei einer verpfuschten Hinrichtung nach einem langen Todeskampf an einem Herzinfarkt gestorben. Der 38-jährige Clayton Lockett, der unter anderem eine 19-jährige Frau getötet hat, sollte am Dienstagabend in Oklahoma City (Ohio) per Giftspritze exekutiert werden.

Beim Spritzen einer der drei verschiedenen Medikamente platzte jedoch eine Vene, berichtete der Fernsehsender KFOR-TV. Der Mann blieb bei Bewusstsein, wälzte sich minutenlang auf der Bahre, rang um Luft und starb schließlich 43 Minuten nach der ersten Spritze an einem Herzinfarkt. Dem Todeskandidaten war eine bislang nicht erprobte Giftmischung verabreicht worden.

Nachschubprobleme bei Giftmischungen

Eine für den selben Abend geplante zweite Hinrichtung wurde wegen des Vorfalls ausgesetzt. Oklahomas Gouverneurin Mary Fallin hat per Dekret eine Untersuchung des Vorfalls angeordnet und für die kommenden zwei Wochen alle Exekutionen ausgesetzt. Auch die Staatsanwaltschaft prüft nach eigenen Angaben den Vorfall. Der US-Bundesstaat hatte erstmals seit 80 Jahren zwei Hinrichtungen an einem Tag angesetzt.

Zuvor hatten Locketts Anwälte Auskunft über die bei der Hinrichtung eingesetzten Drogen verlangt. Das Oberste Gericht verweigerte dies mit der Argumentation, die Hersteller der Medikamente, durch die unter anderem Atmung und Bewusstsein ausgesetzt werden, müssten geschützt werden.

Die US-Strafvollzugsbehörden haben bei den Mitteln für die tödlichen Giftspritzen seit längerem Nachschubprobleme, da sich die europäischen Hersteller der Mitteln weigern, diese weiter für Hinrichtungen zur Verfügung zu stellen. Mehrere US-Bundesstaaten haben daher neue und nicht erprobte Giftmischungen von nicht bundesweit zertifizierten Herstellern ausprobiert, was bei Kritikern aber auf scharfe Kritik stößt.

kis/DPA/AFP / DPA