Verschwundenes Kind Hinweise auf Verbrechen an Jenisa


Die verschwundene achtjährige Jenisa aus Hannover ist wahrscheinlich Opfer eines Verbrechens geworden. Die Polizei entdeckte an der Autobahn 2 bei Wunstorf-Luthe Kinderkleidung und Schuhe - die von den Eltern identifiziert wurden.

Nach dem Verschwinden der achtjährigen Jenisa aus Hannover mehren sich die Indizien für ein Verbrechen. Am Montag fand die Kripo nach dem Hinweis eines Lkw-Fahrers an einer Autobahnauffahrt westlich von Hannover Kleidungsstücke und Schuhe des seit Freitag vermissten Kindes. Jenisas Eltern hätten die Sachen identifiziert, sagte Polizeisprecher Lars Beringer. Nach dem Kleidungsfund stehe eine mögliche Straftat "deutlich im Vordergrund der Ermittlungen", sagte der Sprecher. Möglicherweise sei das Mädchen entführt worden.

Konkrete Hinweise auf ein Verbrechen wie Blutspuren, Spuren eines Kampfes oder Zeugenaussagen habe die Polizei zwar nicht. Man könne aber kaum noch davon ausgehen, dass das Mädchen einen Unfall erlitten habe oder von zu Hause ausgerissen sei. Genauere Angaben zu den gefundenen Kleidungsstücken wollten die Ermittler nicht machen. Die Mädchenkleidung lag nach Angaben des Sprechers direkt an der Autobahn 2 und wurde möglicherweise aus einem Auto geworfen. Einsatzkräfte durchsuchten in der Umgebung der Auffahrt Wunstorf-Luthe zur A2 Wald und Gestrüpp. Die Auffahrt wurde gesperrt, um die Kleidungsstücke zu fotografieren und weitere Spuren sicherzustellen. Zuvor hatte die hannoverschen Kripo eine Sonderkommission eingerichtet. Sie ermittelt in alle Richtungen.

Bei der Polizei meldete sich zudem eine Zeugin, die die Schülerin noch einige Stunden nach ihrem Verschwinden auf einem Schützenfest gesehen haben will. Die Achtjährige wollte am Freitagmittag in Hannover ihre Tante besuchen, die aber nicht zu Hause war. Danach verlor sich ihre Spur. Das Schützenfest wurde nach Angaben des Polizeisprechers in unmittelbarer Nähe des Neubaukomplexes veranstaltet, in dem die Tante der Achtjährigen wohnt. Das Mädchen habe am Freitagmittag vor der verschlossenen Wohnungstür der Tante gestanden. Die Zeugin, die das Mädchen allerdings nur von Fotos kenne, habe sie rund drei Stunden später auf dem Schützenfest gesehen. Die Umgebung des Neubaukomplexes und des Schützenfestes habe die Polizei bereits am Samstag abgesucht, sagte Beringer. An der Suche beteiligten sich mehr als 100 Einsatzkräfte. Nach Angaben der Polizei stammt Jenisa aus einer Flüchtlingsfamilie aus dem Kosovo. Jenisas Vater lebe nicht in Hannover, habe jedoch zu Frau und Kindern ein gutes Verhältnis, sagte Beringer.

Stefan Voges/AP AP

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