Verschwundenes Mädchen Madeleines Eltern droht Festnahme


Starb Madeleine an einer Überdosis Beruhigungsmitteln, die ihr ihre Eltern verabreicht hatten? Woher stammen die DNA-Spuren Maddys im Mietwagen der McCanns? Während die portugiesische Polizei neue Verdachtsmomente gegen Maddys Eltern prüft, droht ihnen die Festnahme. Sie wollen Portugal nun so schnell wie möglich verlassen.

Der Ermittlungsrichter könne weitere rechtliche Schritte gegen Kate und Gerry McCann (beide 39) anordnen, berichtete die Zeitung "Público". Verwandte und Freunde des Paares äußerten sich empört über die dramatische Entwicklung im Madeleine-Fall.

Susan Healey, die Mutter von Kate McCann, bezeichnete den Verdacht der Polizei, die Eltern könnten ihre Tochter versehentlich getötet haben, als "irrsinnig". "Sie sind beide besorgt und befinden sich in einer sehr schwierigen Situation", sagte sie Reportern nach einem Telefonat mit ihrer Tochter. Die Polizei habe den beiden Verdächtigen bislang "keine harten Beweise" vorlegen können, erklärte Gerrys Bruder John McCann.

Handel abgelehnt

Nach Angaben des britischen Fernsehsenders Sky News könnte in den nächsten Tagen über mögliche Anklagen gegen die McCanns entschieden werden. Zunächst werde der Ermittlungsrichter aber prüfen, ob den McCanns auferlegt werden müsse, Portugal bis auf weiteres nicht zu verlassen.

Derweil haben die McCanns nach Angaben von Familienmitgliedern einen "Handel" mit der Polizei abgelehnt. Die Ermittler hätten Kate McCann Garantien für eine maximal zweijährige Gefängnisstrafe angeboten, wenn sie ein Geständnis ablege, sagte Gerry McCanns Schwester dem britischen TV-Sender ITV. "Sie haben versucht, sie zu einem Geständnis zu bringen, wonach sie Madeleine versehentlich getötet hat", sagte Philomena McCann. Sie solle auch zugeben, die Leiche des Kindes versteckt und später beseitigt zu haben.

Starb Madeleine an einer Überdosis Beruhigungsmitteln?

Laut "Público" haben die Eltern während ihrer Vernehmungen zu rund 40 Fragen der Kriminalpolizei die Aussage verweigert. Dabei sei es vor allem um mögliche Spuren von Leichengeruch an Kleidern von Madeleine und Kate McCann sowie an dem Plüschtier des Mädchens und um Blutspuren in dem Leihwagen der Eltern gegangen. Die Polizei selbst hat bisher noch keinerlei Angaben zu ihrem Verdacht gegen Madeleines Eltern gemacht.

Nach einem Bericht der Zeitung "Diàrio de Notícias" soll Gerry McCann bei seiner Vernehmung aber eingeräumt haben, Madeleine und ihren Geschwistern, den zweijährigen Zwillingen Sean und Amelie, am 3. Mai ein Beruhigungsmittel verabreicht zu haben. Das Blatt beruft sich auf Ermittlerkreise. Es werde vermutet, dass Madeleine an einer Überdosis des Medikaments starb.

DNA-Spuren von Madeleine im Mietwagen der Eltern gefunden

Dementsprechend werden die Eltern laut "Diàrio de Notícias" der fahrlässigen Tötung verdächtigt. Zudem will das Blatt erfahren haben, dass die Ermittler auch prüfen, ob Kate McCann infolge einer geistigen Störung ihre Tochter angegriffen und getötet haben könnte.

Nach portugiesischen Presseberichten stützen die Ermittler ihren Verdacht auch auf DNA-Spuren der vierjährigen Madeleine in einem Leihwagen der McCanns. Bislang wurde keine Erklärung dafür gegeben, wie die Spuren in den Wagen gekommen sein könnten. Die Eltern hatten ihn erst Ende Mai angemietet - mehr als drei Wochen nachdem das Kind am 3. Mai aus ihrer Ferienwohnung in der Algarve verschwunden war.

Gerry McCanns Schwester Philomena sagte der britischen Agentur PA, das Ehepaar wolle Portugal nun so schnell wie möglich verlassen. Es würde allerdings befürchtet, dass dies wie "wie eine ängstliche Flucht" aussehen könnte. Demgegenüber erklärten Freunde von Madeleines Eltern, die McCanns würden auf alle Fälle in Portugal bleiben, um "ihre Ehre wiederherzustellen".

DPA DPA

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