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Versuchte Vergewaltigung Mutmaßliches Opfer von Strauss-Kahn sagt in Paris aus


Das juristische Tauziehen in der Affäre um Dominique Strauss-Kahn hält an. In Paris ist jetzt ein mutmaßliches Vergewaltigungsopfer von der Polizei vernommen worden. Der ehemalige IWF-Chef konterte seinerseits mit einer Verleumdungsklage. Ein TV-Sender will eine Talkshow mit den Sex-Vorwürfen gegen DSK wiederholen.

Ein mutmaßliches Sex-Opfer des ehemaligen IWF-Chefs Dominique Strauss-Kahn hat in Paris vor der Polizei ausgesagt. Das bestätigte die Staatsanwaltschaft am Montag. Das Verhör zählt zu den Vorermittlungen gegen Strauss-Kahn. Die 32 Jahre alte Autorin Tristane Banon hatte den Politiker vergangene Woche wegen versuchter Vergewaltigung bei einem Interview-Termin vor acht Jahren angezeigt.

Der ehemalige IWF-Chef hat nun seinerseits zu juristischen Mitteln gegriffen. Strauss-Kahn habe die Autorin bereits vergangene Woche angezeigt, als die Staatsanwaltschaft polizeiliche Ermittlungen zu ihren Vorwürfen aufgenommen habe, teilte sein Anwalt Henri Leclerc am Montag mit. Sein Mandant habe unverzüglich Anzeige erstattet, als die Vorermittlungen am Freitag bekanntgeworden seien, sagte Leclerc. Strauss-Kahn bezeichnet die Vorwürfe der 32-Jährigen als "erfunden" und hatte ihr unlängst über seine Anwälte bereits mit einer Verleumdungsklage gedroht.

TV-Sender will Talkshow mit Sex-Vorwürfen wiederholen

Unterdessen will ein französischer Sender am Mittwoch erneut eine Talkshow von 2007 ausstrahlen, in der Banon erstmals öffentlich von ihrer Begegnung mit Strauss-Kahn berichtet hatte. Die Sendung zeigt ein festliches Essen mit Champagner, bei dem die Gäste mehr oder weniger anzügliche Anekdoten erzählen. Bei der ersten Ausstrahlung war der Name Strauss-Kahns durch einen Piepton unkenntlich gemacht worden.

Banon hatte damals in lockerem Tonfall mit zahlreichen Details von dem Ereignis berichtet. Sie erwähnte ihren aufgerissenen BH und eine Kampfszene am Boden. Keiner der übrigen Teilnehmer der Talkshow, unter ihnen prominente französische Intellektuelle, zeigte sich davon besonders schockiert. Die junge Frau bedauerte in einem späteren Interview, dass sie sich zu dieser Art der Darstellung hätte hinreißen lassen.

Staatsanwaltschaft entscheidet über Verfahren

Die Staatsanwaltschaft entscheidet nach Abschluss der Vorermittlungen, ob sie ein Verfahren einleitet. Falls es sich ihrer Ansicht nach bloß um sexuelle Belästigung handelt, wäre die mutmaßliche Straftat bereits verjährt. Im Fall einer Verurteilung wegen versuchter Vergewaltigung droht Strauss-Kahn hingegen eine Haftstrafe von 15 Jahren.

Der 62-Jährige ist zudem in den USA angeklagt, weil er ein New Yorker Zimmermädchen unter anderem zum Oralsex gezwungen haben soll. Zuletzt waren jedoch Zweifel an der Glaubwürdigkeit des mutmaßlichen Opfers aufgekommen.

kng/DPA/AFP DPA

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