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Verteidiger von Anders Behring Breivik: Der Anwalt und sein schwerster Fall

In einem Rechtsstaat hat jeder das Recht auf Verteidung. Auch Anders Behring Breivik. Doch dessen Anwalt zu sein, ist nicht einfach. Das bekommt Geir Lippestad in diesen Tagen zu spüren.

Von Friederike Ott

Kurz nach der Tat bekommt Anwalt Geir Lippestad einen Anruf von der norwegischen Polizei. Sie will wissen, ob er Anders Behring Breivik verteidigen würde, den Massenmörder, der im Osloer Regierungviertel eine Bombe zündete und anschließend ein Blutbad auf der Ferieninsel Utøya anrichtete. Lippestad ist Breiviks Wunschanwalt.

Die Entscheidung fällt dem Juristen nicht leicht, erst denkt er, es sei zu schwierig. Er ist selbst schockiert von der Tat, so wie ganz Norwegen. Doch dann sagt er sich, dass er, wenn er diesen Auftrag ablehnen würde, auch die Demokratie ablehnen würde. Er sagt schließlich zu.

Lippestad erzählt dies auf einer Pressekonferenz in Oslo. Er wirkt ruhig und ernst. Der Mann, der den brutalen Attentäter Breivik vertritt, legt ab und zu die Stirn in Falten und zwischendurch wirkt es so, als würde er um Fassung ringen. Er trägt einen dunklen Anzug, sein Kopf ist kahlrasiert. Das Lächeln, das der Anwalt auf seiner Homepage zeigt, sieht man an diesem Dienstagmittag kein einziges Mal, als er versucht, seinen fast unmöglichen Auftrag zu erklären.

"Ich habe ihn nicht gefragt, warum er mich ausgewählt hat"

Warum hat der rechtsradikale Breivik ausgerechnet ihn als Wahlverteidiger benannt? Der Anwalt, 1964 geboren, war zeitweise als Kommunalpolitiker für die Sozialdemokraten aktiv und steht für die multikulturelle Grundhaltung, die Breivik bei seinen mörderischen Attacken ausdrücklich treffen wollte.

"Ich habe ihn nicht gefragt, warum er mich ausgewählt hat", sagt Lippestad. Möglich, dass die Wahl auf ihn fiel, weil er 2002 den Rechtsradikalen Ole Nicolai Kvisler verteidigte, nachdem dieser den dunkelhäutigen Jugendlichen Benjamin Hermansen ermordet hatte. Kvisler wurde mit zwei rassistisch motivierten Gesinnungsgenossen schuldig gesprochen und zu 15 Jahren Haft verurteilt. Doch Lippestad möchte nicht darüber reden, warum der Attentäter ausgerechnet ihn als Anwalt wollte.

Vielen Fragen der Journalisten weicht er aus oder beantwortet sie nur knapp. Vielleicht möchte er Breiviks Drang nach öffentlicher Aufmerksamkeit keinen Stoff geben.

Lippestad macht fast einen angewiderten Eindruck als er gebeten wird, seinen Mandanten zu beschreiben. Das könne er nicht, weil er anders sei, als jeder andere Mensch, den er je getroffen habe. Er sei "sehr kalt" und habe mit seinen Opfern kein Mitleid.

"Die Sache deutet darauf hin, dass er geisteskrank ist"

Er zeige Hass auf jeden, der sich demokratisch verhalte, auf jeden, der kein Extremist sei. "Er will die Demokratie zerstören", sagt der Anwalt. Breivik habe Kontakte zu Gleichgesinnten im Ausland gehabt. Neben zwei "Zellen" in Norwegen gebe es weitere im Ausland, zitiert er seinen Mandanten.

Die von der Justiz angekündigte rechtspsychiatrische Untersuchung des Attentäters dürfte laut Lippestad sechs bis zwölf Monate dauern. Auch der Gerichtsprozess werde eine "ausgesprochen lange und komplizierte Angelegenheit", sagt er.

Sollte das Gericht Breivik für unzurechnungsfähig erklären, wäre die dauerhafte Einweisung in eine geschlossene und besonders gesicherte psychiatrische Einrichtung die wahrscheinliche Konsequenz.

"Die ganze Sache deutet darauf hin, dass er geisteskrank ist", sagt der Anwalt. Diese Linie werde er vor Gericht verfolgen. Sollte Breivik dem nicht folgen, müsse er sich einen anderen Anwalt suchen. Es wirkt so, als würde er gerne von der Last befreit werden, die ihm sein demokratisches Gewissen aufbürdet.

mit Agenturen
Oldtimer gekauft - bei Instandsetzung Unfallschäden entdeckt
Hallo, ich habe mir vor ein paar Wochen einen amerikanischen Oldtimer gekauft - ein Import aus den Staaten, bekam hier eine Vollabnahme und H-Gutachten. Aufgrund der Entfernung konnte ich den Wagen jedoch lediglich auf Fotomaterial besichtigen und auf den Fotos sah er aber sehr gut aus - hatte wenig Laufleistung und wurde auch beim Gespräch mit dem Verkäufer am Telefon mit einem guten Zustand beworben. Nach der Lieferung fielen mir dann sofort 2 Roststellen auf, wo ich mir noch sagte "Hey - das Auto ist 40 Jahre alt - darf es haben, also reparierst du es einfach". Bei der Reparatur stellen sich dann jedoch weitere Roststellen heraus, die sogar zur Demontage der Innenverkleidungen, Kotflügel und Windschutzscheibe führten. Aber Ok - altes Auto. Der Wagen ging daraufhin zum Lackierer und wurde dort weiter behandelt. Dabei kamen dann weitere Mängel zum Vorschein: Die Beifahrertüre wurde bereits im unteren Bereich dick mit Spachtel überzogen - die Unterkante wurde ausgetauscht und von innen nicht versiegelt - das Blech rostete durch. Jedoch war das gesamte untere Türdrittel komplett verbeult - dazu braucht es schon einen recht großen Hammer. Ca. 8mm dicke Spachtelbrocken musste ich abschlagen. An einer Stelle wurde das Blech der Seitenwand bereits ausgetauscht. Durch die schlechte Arbeit waren Blechteile vollständig durchrostet. Auf der anderen Seitenwand hatte der Wagen einen weiteren Treffer kassiert - das Blech war eingedrückt und wurde mit massig Spachtel übergetüncht. Von außen nur anhand sehr schlechtem Lackbildes zu sehen und von innen sind deutlich Schweißpunkte vom Blechzughammer erkennbar. Auch die Seitenscheiben waren stümperhaft montiert. Diese wurden nicht mit Scheibenkleber, sondern einer kaugummiartigen Substanz montiert und fielen bei der Demontage der Zierleisten dem Lackierer bereits entgegen. Laut Verkäufer wurden die Seitenwände zwar überlackiert (was man auch sehen konnte), ein Grund wurde jedoch nicht genannt - angeblich schlechter Lack oder Kratzer. Nun meine Frage: Im Kaufvertrag ist der Wagen wie folgt beschrieben: "Keine Unfallschäden laut Vorbesitzer" "Dem Verkäufer sind auf andere Weise keine Unfallschäden bekannt" Weitere Regelungen gibt es im Kaufvertrag nicht. Durch die Beseitigung der Durchrostungen an den unfachmännisch ausgeführten Blech- und Spachtelarbeiten ist der Preis für die Lackierung deutlich gestiegen. Kann man beim Verkäufer hierfür mitunter Schadensersatz geltend machen? Gekauft wurde das Fahrzeug Mitte Dezember 2018, geliefert in der 2ten KW im Januar. Danke im Voraus für eure Antworten.
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