Verurteilter Inzest-Täter Fritzl in Spezialgefängnis verlegt


Der österreichische Inzesttäter Josef Fritzl, der im März zu lebenslanger Haft verurteilt wurde, ist in ein Spezialgefängnis verlegt worden. Die neue Unterkunft soll mehr Sicherheit bieten. Die Behörden wollen den 74-Jährigen vor möglichen Angriffen von Mitgefangenen schützen.

Der zu lebenslanger Haft verurteilte österreichische Inzesttäter Josef Fritzl ist jetzt in ein neues Gefängnis in Stein in Niederösterreich gekommen. Das Gefängnis von Stein ist nach Angaben der Nachrichtenagentur APA vom Mittwoch die größte Strafanstalt Österreichs. Dort sitzen ausschließlich männliche Häftlinge mit einer Haftdauer von anderthalb Jahren bis lebenslang mehrheitlich in Einzel- oder Doppelzellen ein, wie Vollzugsdirektionschef Karl Drexler sagte.

Man habe sich für Stein unter anderem aus "sicherheitstechnischen Überlegungen" entschieden, erläuterte Drexler den Beschluss. Hier könne der Inzesttäter besser vor möglichen Angriffen von Mitgefangenen geschützt werden: "Es ist ja auch draußen bekannt, dass Sittlichkeitsverbrecher bei Mitinsassen auf eine gewisse Ablehnung stoßen." Dies sei "präventiv mitbedacht" worden. Zudem habe Stein eine eigene Krankenabteilung, was bei dem fortgeschrittenen Alter des Verurteilten eine Rolle spiele.

Der 74 Jahre alte Fritzl war Mitte März von einem Schwurgericht in St. Pölten wegen Mordes durch unterlassene Hilfeleistung und tausendfacher Vergewaltigung seiner Tochter E. zu lebenslanger Haft und Einweisung in eine Anstalt für geistig abnorme Rechtsbrecher verurteilt worden.

Fritzl hatte seine Tochter E. in einen fluchtsicheren Keller seines Wohnhauses verschleppt und sie dort 25 Jahre lang immer wieder misshandelt und vergewaltigt. Im Laufe der Jahre zeugte er sieben Kinder, von denen eines wenige Tage nach der Geburt starb. Wegen des Todes dieses Kindes wurde Fritzl im März zu lebenslanger Haft verurteilt.

Der 74-Jährige wollte ursprünglich im Gefängnis Garsten untergebracht werden, das am nächsten an seiner Heimatstadt Amstetten liegt. Seine Familie hatte sich dagegen ausgesprochen.

AFP/DPA DPA

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