VG-Wort Pixel

Angebliche Brandstiftung Neue wissenschaftliche Erkenntnisse: Zu Unrecht verurteilter Mörder kommt nach 30 Jahren frei

Mörder beweist seine Unschuld und kommt aus dem Gefängnis
30 Jahre verbrachte Claude Garrett unschuldig im Gefängnis (Symbolbild)
© MivPiv / Getty Images
Claude Garrett soll vor 30 Jahren einen Brand gelegt haben, bei dem seine Freundin starb. Er wurde dafür zu lebenslanger Haft verurteilt – erst jetzt wurde seine Unschuld von einem Gericht anerkannt.

30 Jahre lang saß Claude Garrett im Gefängnis, weil er angeblich einen Mord begangen haben soll. Garrett wurde vorgeworfen, dass er seine Freundin getötet haben soll. Die Frau kam im Alter von 24 Jahren bei einem Brand in der gemeinsamen Wohnung ums Leben, Ermittler legten angebliche Beweise dafür vor, dass Garrett das Feuer gelegt haben soll. 1992 wurde er von einem Gericht im US-Bundesstaat Tennessee zu einer lebenslangen Haftstrafe verurteilt.

Doch drei Jahrzehnte später ist Garrett ein freier Mann. Ein Gericht hob seine Strafe auf, der mittlerweile 65-Jährige habe "seine tatsächliche Unschuld bewiesen", hielt der Richter fest. Die Theorie, dass Garrett das Feuer, bei dem seine Freundin starb, selbst gelegt haben soll, bröckelte in den vergangenen Jahren immer mehr – insbesondere weil es mittlerweile neue, aussagekräftigere Methoden zur Erforschung der Brandursache gibt.

Beweise halten neuerlicher Überprüfung nicht stand

So wurde der Vorwurf der Brandstiftung immer zweifelhafter. Stattdessen erschienen auch andere Theorien zur Ursache des Feuers plausibel. Der Verurteilung würden "veraltete Ermittlungsmethoden und unbegründete Schlussfolgerungen" zugrunde liegen, begründete der Richter die Aufhebung der Haftstrafe, die Garrett in einem Gefängnis in Nashville verbüßt hatte. "Keine vernünftige Jury" würde jemanden angesichts der neuen Erkenntnisse verurteilen. Ähnlich sah es auch die Staatsanwaltschaft, die mit der Freilassung einverstanden war.

"Cold Case": DNA-Spuren überführen Mörder nach mehr als 30 Jahren

Die Ermittler waren aufgrund von Brandflecken, die im Wohnzimmer gefunden wurden, davon ausgegangen, dass Garrett das Feuer mit Hilfe einer Flüssigkeit gelegt hatte – wahrscheinlich Kerosin. Diese Vermutung ließ sich jedoch nicht mehr wissenschaftlich halten. Wahrscheinlicher ist, dass Kerosin durch ein Heizleck austrat und in Brand geriet.

Neues Leben nach der Haft

Claude Garrett hatte während des Prozesses und im Verlauf der Jahrzehnte immer wieder vergeblich seine Unschuld beteuert. Er habe das Feuer in jener Nacht bemerkt und versucht, mit seiner Freundin zu fliehen. Sie habe sich jedoch in den hinteren Teil der Wohnung bewegt, statt sich mit ihm durch die Eingangstür in Sicherheit zu bringen. Dort wurde sie später tot aufgefunden.

Garretts Tochter Deana Watson war vier Jahre alt, als ihr Vater ins Gefängnis kam. Heute hat sie selbst einen vierjährigen Sohn. Sie sei froh über die Freilassung ihres Vaters, sagte sie, wisse jedoch noch nicht, wie es konkret weitergehe. "Der Plan ist, dass er für eine Weile bei mir bleibt und dann sehen wir weiter." Als erstes habe sie ihm erklärt, wie Handys funktionieren.

Quellen: "The Intercept" / "The Tennessean" / Tennessee Innocence Project

epp / tvm

Mehr zum Thema


Wissenscommunity


Newsticker