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Verwirrung im Falle Haider: Staatsanwaltschaft in Liechtenstein bestreitet geheime Konten

Die Staatsanwaltschaft in Liechtenstein bestreitet, dass der Rechtspopulist Jörg Haider Konten in dem Fürstentum besaß. "In den beschlagnahmten Unterlagen sind keine Konten oder Gesellschaften aufgetaucht, die von Dr. Jörg Haider oder seinem unmittelbaren Umfeld kontrolliert wurden oder werden", so der Stellvertreter des Leitenden Staatsanwalts, Dietmar Baur.

Die Enthüllungen über liechtensteinische Konten des österreichischen Rechtspopulisten Jörg Haider werden immer verwirrender: Die Staatsanwaltschaft des Fürstentums dementierte am Montag, dass Unterlagen über hohe Vermögenswerte des vor zwei Jahren tödlich verunglückten Politikers entdeckt wurden. "In den beschlagnahmten Unterlagen sind keine Konten oder Gesellschaften aufgetaucht, die von Dr. Jörg Haider oder seinem unmittelbaren Umfeld kontrolliert wurden oder werden", teilte der Stellvertreter des Leitenden Staatsanwalts, Dietmar Baur, der Nachrichtenagentur dpa mit.

Das österreichische Magazin "profil" hatte am Wochenende berichtet, dass im Zuge von Ermittlungen im Fall Hypo Group Alpe Adria (HGAA) in Liechtenstein zwölf Briefkastenfirmen von Haider gefunden worden seien, auf denen 5 Millionen Euro lägen. Den Angaben zufolge soll das Vermögen ursprünglich 45 Millionen Euro betragen haben. Die liechtensteinische Staatsanwaltschaft betonte weiter, dass ihr nicht bekannt sei, worauf sich die diesbezüglichen Medienberichte stützen.

Die Nachrichtenagentur APA berichtete, dass die liechtensteinische Justiz seit Anfang des Jahres eng mit den Staatsanwaltschaften Wien, Klagenfurt und München zur Aufklärung von strafbaren Handlungen in der HGAA-Affäre kooperiere. Dabei geht es um mögliche Fälle von Untreue, Betrug und Bestechung rund um den Verkauf der inzwischen verstaatlichten Kärntner Hypo Group an die BayernLB im Jahr 2007, sowie einen möglichen Korruptionsfall rund um den österreichischen Ex-Finanzminister und Haider-Freund Karl-Heinz Grasser. Über Liechtenstein könnten Schwarzgelder an Entscheidungsträger geflossen sein. Insgesamt wurden 46 Briefkastenfirmen in Vaduz und Schaan geöffnet.

Haider war 2008 bei einem Autounfall ums Leben gekommen. Er war für seinen aufwendigen Lebensstil bekannt.

DPA / DPA