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Vier Tote nach Amoklauf in Lörrach: Polizei geht von Beziehungstat aus

Nach dem Amoklauf im baden-württembergischen Lörrach mit vier Toten geht die Polizei von einer Beziehungstat aus. Bei den beiden Todesopfern, die in einer Wohnung entdeckt wurden, handele es sich offenbar um den früheren Lebensgefährten der Amokläuferin und ein gemeinsames Kind, sagte ein Polizeisprecher am Montagmorgen.

Nach dem Amoklauf im baden-württembergischen Lörrach mit vier Toten geht die Polizei von einer Beziehungstat aus. Bei den beiden Todesopfern, die in einer Wohnung entdeckt wurden, handele es sich offenbar um den früheren Lebensgefährten der Amokläuferin und ein gemeinsames Kind, sagte ein Polizeisprecher am Montagmorgen. Unter den insgesamt vier Todesopfern ist auch die Amokläuferin, sie wurde von Polizisten erschossen.

Bei dem getöteten Kind handele es sich "offenbar" um einen Jungen, sagte ein Polizeisprecher. Absolute Sicherheit über das Geschlecht des fünf Jahre alten Kindes solle eine Obduktion am Montag ergeben. Über die Ergebnisse der Untersuchung und die Erkenntnisse zu den weiteren Hintergründen der am Sonntag begangenen Tat wollte die Polizei am Montagnachmittag (16.00 Uhr) eine Pressekonferenz im Lörracher Rathaus geben.

In einem Haus in Lörrach war es am Sonntag nach Polizeiangaben gegen 18 Uhr zu einer Explosion gekommen, die das Gebäude in Brand setzen. Anschließend rannte die mit einer Schusswaffe bewaffneten Amokläuferin der Polizei zufolge in das benachbarte katholische Elisabethenkrankenhaus. Auf dem Weg dorthin habe die Frau zwei Passanten angeschossen. Nach Angaben der Polizei vom Montagmorgen sind die beiden Verletzten außer Lebensgefahr.

Im Krankenhaus schoss die Frau offenbar wild um sich und tötete einen Pfleger. Sie feuerte zudem auf ankommende Polizeibeamte. Ein Polizist wurde verletzt, er erlitt einen Kniedurchschuss. In dem Schusswechsel zwischen Polizei und der Amokläuferin wurde die Frau getötet.

Das brennende Wohnhaus wurde den Angaben zufolge von der Feuerwehr gelöscht. Die Wohnung, in der das Kind und der mutmaßliche Lebensgefährte der Frau gefunden wurde, sei völlig verwüstet gewesen, teilte die Polizei mit.

Die Feuerwehr brachte aus dem brennenden Gebäude sieben Menschen und zwölf weitere aus dem Nachbarhaus in Sicherheit. Durch die Explosion und den Brand erlitten der Polizei zufolge 17 Menschen leichte Verletzungen. Etliche Einsatzkräfte und andere Menschen seien durch ein Kriseninterventionsteam betreut worden, teilte die Polizei weiter mit.

Der Vorsitzende der Deutschen Bischofskonferenz und Freiburger Erzbischof Robert Zollitsch zeigte sich am Sonntag tief erschüttert über den Amoklauf. "Wir sind in Gedanken und unseren Gebeten bei den Verstorbenen, den Verletzten, den trauernden Angehörigen und Freunden sowie den Einsatzkräften von Polizei und Rettungsdiensten", erklärte Zollitsch. Seelsorger hätten allen Betroffenen in Lörrach Hilfe und Gespräche angeboten

AFP / AFP