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Zehn Jahre nach der Bluttat: Vierfachmord von Eislingen: Einer der Täter ist wieder auf freiem Fuß

Vor zehn Jahren erschoss ein 18-Jähriger gemeinsam mit seinem ein Jahr älteren Freund daheim seine Eltern und seine beiden Schwestern. Die Tat sorgte deutschlandweit für Entsetzen. Der Mittäter ist nun wieder auf freiem Fuß.

Eislingen Särge

Nach dem Vierfachmord von Eislingen im April 2009 wurden die beiden erschossenen jungen Frauen und ihre Eltern in blumengeschmückten Särgen beerdigt.

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Die Tat ging als "Vierfachmord von Eislingen" in die deutsche Kriminalgeschichte ein: Am Abend des 9. April 2009, Gründonnerstag, erschoss ein damals 18-Jähriger gemeinsam mit seinem 19-jährigen Freund seine komplette Familie. Schauplatz des Verbrechens war die Kleinstadt Eislingen im baden-württembergischen Landkreis Göppingen - es machte jedoch bundesweit Schlagzeilen. Auch der stern berichtete über den Fall, sprach unter anderem mit den Eltern des Mittäters. Am Ende blieben neben dem Entsetzen vor allem Fragezeichen. 

Was sich am Abend des Gründonnerstag 2009 ereignete: Die beiden Teenager suchten zunächst das Elternhaus der Familie des Jüngeren auf, wo dessen Schwestern, 22 und 24 Jahre alt, Fernsehen schauten. Sie erschossen die jungen Frauen und gingen danach in ein Lokal, wo sie auf die Eltern der Ermordeten und des 18-Jährigen trafen und sich mit ihnen unterhielten. Nach dem Gespräch begaben sich die Täter zurück an den Tatort und warteten. Später trafen auch die Eltern nach ihrem Gasthausbesuch wieder dort ein. Auch sie wurden von dem Duo erschossen. 30 Schüsse sollen an dem Abend gefallen sein. Die Waffen für die Taten stahlen die Freunde zuvor aus dem örtlichen Schützenverein, bei dem sie Mitglied waren. 

Motiv und Täter wurden nicht endgültig geklärt

Am Karfreitag rief der 18-Jährige die Polizei und gab an, seine Familie tot daheim aufgefunden zu haben. Bereits nach wenigen Tagen war er jedoch ebenso wie sein Mittäter überführt.Das Motiv der beiden konnte vor Gericht nicht endgültig geklärt werden. Die Staatsanwaltschaft ging von Habgier aus. Auch die Frage, wer von den beiden letztlich geschossen hatte, wurde nicht zweifelsfrei beantwortet.

Beide Angeklagten wurden trotz ihres jungen Alters zu langen Haftstrafen verurteilt: Der Sohn und Bruder der Getöteten zu 15 Jahren Haft mit vorbehaltener Sicherungsverwahrung. Sein ein Jahr älterer Komplize bekam ein Strafmaß von zehn Jahren. Dieses hat er mittlerweile verbüßt. Wie der SWR und die "Südwest Presse" unter Berufung auf die Staatsanwaltschaft berichten, ist der heute 29-Jährige mittlerweile wieder auf freiem Fuß. 

Quellen: SWR, "Südwest Presse"

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rös