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Polizeieinsatz in Viernheim: Polizei soll Sprengstoffgürtel und Granate neben totem Täter gefunden haben

Großeinsatz der Polizei im hessischen Viernheim: Ein Bewaffneter hatte sich in einem Kino verschanzt und Geiseln in seiner Gewalt. Spezialeinsatzkräfte töteten den Mann.

Schwer bewaffnete Polizisten eilen zum Tatort in Viernheim

Schwer bewaffnete Spezialkräfte eilen zum Kino in Viernheim. Die Polizei war mit einem Großaufgebot vor Ort.

Bei einer Geiselnahme in einem Kino im südhessischen Viernheim hat die Polizei den Täter erschossen. Die befreiten Geiseln und andere Menschen wurden am Donnerstagnachmittag in dem Komplex neben einem großen Einkaufszentrum nicht verletzt, wie eine Polizeisprecherin sagte. In mehreren Medienberichten war zuvor von Verletzten die Rede gewesen.

Nach Angaben eines Sprechers der Polizei Darmstadt gibt es bislang keine Hinweise auf einen islamistischen Hintergrund. Bei dem Mann soll es sich um einen verwirrten Einzeltäter gehandelt haben, wie es aus Sicherheitskreisen hieß. Nach Informationen der Deutschen Presse-Agentur in Berlin gibt es weder Hinweise auf einen islamistisch-terroristischen Hintergrund noch auf Mittäter.

Noch nicht bekannt war, wie viele Geiseln der maskierte Täter genommen hatte. "Ich gehe aufgrund der Witterung davon aus, dass das Kino spärlich besetzt war", sagte der Polizeisprecher. Seines Wissens nach habe der Geiselnehmer vier Schüsse abgegeben, bevor er von der Polizei getötet wurde. Wo genau sich dies in dem Kino abspielte, war nicht bekannt. Das Kino ist rund zehn Kilometer von Mannheim entfernt - es liegt am Autobahnkreuz Viernheim.

Die Sprecherin sagte, die Polizei habe den Mann im Kinokomplex lokalisieren können, dann sei es zu "einer Bedrohungssituation"
gekommen. Daraufhin seien von der Polizei Schüsse abgegeben worden.

Viernheim: Täter machte einen verwirrten Eindruck

Neben der Leiche des Täters fand das LKA laut mehrerer Medienberichte eine Handgranate und einen Sprengstoffgürtel. Beides wird demnach von Entschärfern untersucht. Die Polizei wollte sich zu diesen Berichten nicht äußern.

Einsatzkräfte sperrten das Kino weiträumig ab. Hubschrauber kreisten über dem Gelände, schwerbewaffnete Polizisten waren vor Ort. Ein Spezialeinsatzkommando war per Hubschrauber von Frankfurt nach Viernheim geflogen.

Zunächst konnte der Täter nach Angaben der Polizei nicht identifiziert werden. Die Staatsanwaltschaft Darmstadt und das Hessische Landeskriminalamt nahmen die Ermittlungen auf. 

mad / DPA / AFP
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