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Volksverhetzung: Holocaust-Leugner Williamson soll vor Gericht erscheinen

Der Holocaust-Leugner Richard Williamson steht im April in Regensburg wegen Volksverhetzung vor Gericht. Für den Prozess am 16. April sei das persönliche Erscheinen des Bischofs der umstrittenen Piusbruderschaft angeordnet worden, sagte der Sprecher des Amtsgerichtes, Thomas Frick, am Mittwoch. Seine Anwesenheit sei aber nicht zwingend.

Der Holocaust-Leugner Richard Williamson steht im April in Regensburg wegen Volksverhetzung vor Gericht. Für den Prozess am 16. April sei das persönliche Erscheinen des Bischofs der umstrittenen Piusbruderschaft angeordnet worden, sagte der Sprecher des Amtsgerichtes, Thomas Frick, am Mittwoch. Seine Anwesenheit sei aber nicht zwingend. "Wenn er nicht kommt, bleibt es sanktionslos", erklärte Frick.

Williamsons Anwalt Matthias Loßmann sagte der Nachrichtenagentur DAPD, es sei unklar, ob der Bischof selbst zur Verhandlung erscheine. Derzeit lebe er in London. Zur Verhandlung kommt es, weil der Anwalt des Bischofs Einspruch gegen einen Strafbefehl wegen Volksverhetzung eingelegt hat. Williamson sollte eine Geldstrafe in Höhe von 12.000 Euro wegen Leugnung des Holocausts zahlen.

Der Priester hatte in einem Interview des schwedischen Senders SVT behauptet, die historischen Tatsachen sprächen gegen die Vergasung von sechs Millionen Juden im Zweiten Weltkrieg. Das Interview wurde im November 2008 im bayerischen Zaitzkofen im Landkreis Regensburg aufgezeichnet. Im Mittelpunkt des Prozesses stehe wohl die Frage, ob Williamson damit rechnen musste, dass seine Aussagen die deutsche Öffentlichkeit erreichen, sagte Loßmann.

Als Zeugen vor Gericht sind drei schwedische Journalisten geladen, die das Interview führten. Für den Prozess, der genau am 83. Geburtstag von Papst Benedikt XVI. stattfinden soll, wurde zunächst ein Termin im großen Schwurgerichtssaal des Amtsgerichtes angesetzt. Für Leugnung des Holocaust sieht das Strafgesetzbuch eine Geldstrafe oder eine Freiheitsstrafe bis zu fünf Jahren vor.

Williamson ist einer von vier Pius-Brüdern, die 1988 ohne Zustimmung des Papstes zum Bischof geweiht und daraufhin exkommuniziert worden waren. Wenige Tage nach der öffentlichen Holocaust-Leugnung Williamsons im schwedischen Fernsehen hob Benedikt XVI. die Exkommunikation wieder auf und erntete dafür Empörung. Inzwischen hat der Vatikan einen Dialog mit den konservativen Traditionalisten begonnen. Er will unter bestimmten Bedingungen die Rückkehr der Pius-Bruderschaft in den Schoß der katholischen Kirche erreichen.

APN / APN