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Vom Dienst freigestellt: Hamburger Priester gibt fünffachen Missbrauch zu

Das Erzbistum Hamburg hat erneut einen Priester vom Dienst freigestellt. Nach einem Anfangsverdacht hatte der Mann gestanden, sich an fünf Jugendliche vergangen zu haben. Ebenfalls beurlaubt wurde ein Geistlicher aus der Diözese Würzburg. Gegen ihn ermittelt die Staatsanwaltschaft Fulda wegen des Verdachts auf sexuellen Missbrauchs.

In den Bistümern Würzburg und Hamburg sind zwei katholische Priester wegen Missbrauchsvorwürfen suspendiert worden. Der Würzburger Bischof Friedhelm Hofmann beurlaubte mit sofortiger Wirkung einen in seiner Diözese tätigen Geistlichen, gegen den die Staatsanwaltschaft Fulda wegen des Verdachts sexueller Übergriffe gegenüber Heranwachsenden ermittelt.

Der Pfarradministrator der Pfarreiengemeinschaft Oberer Sinngrund wurde bis zur Klärung der Vorwürfe von seinem priesterlichen Dienst beurlaubt, wie das Bistum Würzburg am Montag mitteilte.

Auch das Erzbistum Hamburg stellte erneut einen Priester vom Dienst frei. Ein Mann beschuldigte den katholischen Geistlichen, ihn als Jugendlichen Mitte der 70er Jahre sexuell missbraucht zu haben, wie das Bistum mitteilte. Der Priester habe die Tat gestanden und vier weitere Opfer genannt. Die Taten sollen sich bis zum Jahr 1984 ereignet haben.

Nähere Angaben lehnte ein Sprecher des Bistums ab. Die Staatsanwaltschaft sei eingeschaltet. Die Gemeinden, in denen der Priester bis jetzt tätig war, seien über die Freistellung informiert worden.

Dem Sprecher zufolge handelt es sich um den 13. Fall von Missbrauchsanschuldigungen, den das Erzbistum an eine Staatsanwaltschaft weitergegeben hat. Laut Angaben auf der Homepage des Erzbistums hob es in einem Fall eine Beurlaubung als unbegründet wieder auf.

Vorwürfe gegen evangelischen Pädagogen in Hessen

Auch die Evangelische Kirche in Hessen und Nassau (EKHN) meldete einen weiteren Verdachtsfall. Eine heute erwachsene Person wandte sich in der vergangenen Woche an die Kirche und berichtete, in den 70er Jahren als damals Zehnjähriger sexuell missbraucht worden zu sein. Der Vorwurf richtet sich gegen einen mittlerweile pensionierten Pädagogen, der damals in einer Einrichtung der EKHN im Odenwald eingesetzt war. "Die EKHN überprüft und vervollständigt nun diese Angaben, um sie der Staatsanwaltschaft übergeben zu können. Insgesamt hat die EKHN in diesem Jahr zwei Strafanzeigen wegen Missbrauchsvorwürfen gestellt und ermittelt gegen drei weitere Personen", erklärte die Landeskirche.

APN / APN