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Ken Kurson Von Trump begnadigter mutmaßlicher Stalker wegen Stalkings angeklagt

Ken Kurson am Mittwoch vor dem Strafgericht in Manhattan
Ken Kurson am Mittwoch vor dem Strafgericht in Manhattan
© TNS / ABACA / / Picture Alliance
Er ist ein Kumpel seines Schwiegersohnes: Donald Trump hatte in den letzten Tagen seiner Präsidentschaft Ken Kurson begnadigt, dem Cyberstalking vorgeworfen worden war. Jetzt wurde Kurson wieder festgenommen.

Sieben Monate nach seiner Begnadigung durch den damaligen Präsidenten Donald Trump ist Ken Kurson in New York erneut angeklagt worden, wie US-Medien berichten. Kurson ist ein Freund von Trumps Schwiegersohn Jared Kushner und ehemaliger Mitarbeiter des Anwalts des Ex-Präsidenten, Rudy Giuliani. Trump hatte den 52-Jährigen während seiner letzten Tagen im Amt begnadigt, kurz nachdem Bundesstaatsanwälte in Brooklyn ihm im Oktober 2020 Cyberstalking im Zusammenhang mit seiner Scheidung 2015 vorgeworfen hatten.

Kurson soll Computer seiner Frau ausspioniert haben

Die Bezirksstaatsanwaltschaft von Manhattan legt Kurson den Berichten zufolge illegales Abhören und unbefugtes Eindringen in einen Computer zur Last, weil er 2015 und 2016 als Chefredakteur der Observer Media Group, die damals Kushner gehörte, illegal auf die Kommunikation seiner damaligen Frau zugegriffen haben soll.

Das Büro von Bezirksstaatsanwalt Cyrus Vance Jr. erklärte nach Angaben des US-Senders CNBC, Kurson habe Spionagesoftware verwendet, um Passwörter zu erhalten und sich in die Gmail- und Facebook-Konten seiner Frau einzuloggen. Zudem soll er private Facebook-Nachrichten illegal erworben und anonym weitergegeben haben.

Als seine Frau Verdacht schöpfte, wandte Kurson sich laut der Strafanzeige mehrmals an den Hersteller der elektronischen Überwachungssoftware, um Hilfe bei seinem Umgang mit dem Computer zu erhalten, von dem er fälschlicherweise behauptete, er gehöre seiner Tochter, wie der US-Sender CNN berichtet.

Kurson, der in New Jersey lebt, sei am Mittwochnachmittag vor einem Gericht in Manhattan angeklagt und gegen eine Sicherheitsleistung freigelassen worden, berichten die Sender. Sein Anwalt Marc Mukasey habe eine Stellungnahme abgelehnt.

Staatsanwalt Vance will Kurson zur Rechenschaft ziehen

Im vergangenen Jahr war Kurson von der Bundesstaatsanwaltschaft wegen des angeblichen Cyberstalkings von drei Personen mit ähnlichen Vorwürfen konfrontiert worden. In der Strafanzeige aus dem Jahr 2020 heißt es laut CNBC in einer Fußnote, dass zusätzlich zu den drei Fällen "FBI-Spezialagenten auch Beweise erhalten haben, die zeigen, dass Kurson im Zusammenhang mit seinem Scheidungsverfahren andere Personen zwischen etwa September 2015 und Dezember 2015 in ähnlicher Weise belästigt hat."

Zu den damaligen Vorwürfen gehörten demnach auch "der Zugriff auf E-Mail-Konten und Social-Media-Konten ohne Wissen oder Genehmigung der Inhaber" sowie "die Installation von Software auf dem Computer einer Person, um deren Tastatur- und Website-Nutzung ohne deren Wissen oder Genehmigung zu überwachen."

Juristisch verantworten musste sich Kurson wegen damaligen Anschuldigungen nicht. Bevor der Fall vor Gericht verhandelt werden konnte, begnadigte Trump ihn im Januar bei seinem Ausscheiden aus dem Weißen Haus. Begnadigungen durch den US-Präsidenten gelten jedoch nicht für bundesstaatliche oder lokale Anklagen. "Wir werden Begnadigungen durch den Präsidenten nicht als Freifahrtschein für gut vernetzte New Yorker akzeptieren", erklärte Staatsanwalt Vance am Mittwoch. "Herr Kurson hat von seinem Sitz beim 'New York Observer' aus eine Kampagne der Cyberkriminalität, der Manipulation und des Missbrauchs gestartet, und jetzt werden die Bürger von New York ihn zur Rechenschaft ziehen."

Quellen: CNBCCNN, ABC

mad

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