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850 überführte Verdächtige: Vor diesem Super-Cop fürchtet sich Englands Unterwelt

Andy Pope ist Polizist. Und er hat eine Superkraft. Ihr verdankt er knapp 850 entdeckte Verdächtige, die meisten in den letzten vier Jahren.

Andy Pope Supercop

Eigentlich sieht Andy Pope aus wie ein ganz normaler Polizist.

Eigentlich sieht Andy Pope aus wie ein ganz normaler britischer Streifenpolizist. Das, was ihn von seinem Kollegen bei der West Midlands Police unterscheidet, sieht man ihm nicht an. Und doch verdankt er seiner ungewöhnlichen Gabe eine extrem hohe Quote an gefassten Verdächtigen: Er erkennt sie einfach besser als jeder andere.

Denn Pope hat ein fotografisches Gedächtnis, aber nur für Gesichter. Jeden Tag erscheint er eine halbe Stunde früher zur Arbeit und studiert die Bilder der Verdächtigen, nach denen aktuell gefahndet wird, seien es Videoaufnahmen von Überwachungskameras oder echte Fahndungsbilder. Erst dann geht er auf Streife im Nahverkehrssystem seiner Heimat Redditch. Und spürt so etwa jeden zweiten Tag einen der Verdächtigen auf.

Pope wird immer besser

Wenn seine Kollegen verzweifelt versuchen, einem Foto eines Verdächtigen einen Namen zuzuordnen, wenden sie sich immer an Pope, berichtet die "Daily Mail". Das Faszinierende: Pope braucht nicht mal ein besonders gutes Foto, um Leute zu erkennen. Er identifiziert auch Menschen in Sicherheitskamera-Aufnahmen die "so verrauscht sind, dass man seine eigene Mutter nicht erkennen würde", behaupten seine Kollegen. Und er wird immer besser.

In den ersten vier Jahren seiner Karriere erkannte er noch knapp 250 Personen, seit 2012 sind es schon ganze 600. Allerdings ist das auch für Pope harte Arbeit. Um sich wirklich an die Bilder zu erinnern, frischt er während er Mittagspause Gesichter auf, statt sich zu erholen.

Erklären kann er es selbst nicht

Doch wie erinnert er sich genau? "Es ist hart, das zu erklären. Ich schaue mir vor der Schicht die Bilder der aktuell Gesuchten an und sie bleiben einfach in meinem Gedächtnis kleben", erklärt er der Zeitung. "Wenn man sich Gesichter lange genug anschaut, gibt es immer irgendwas, das sie herausstechen lässt. Und selbst, wenn ich es nicht bewusst wahrnehme: Sobald ich die Person vor mir sehe, klickt es sofort."

Auch seine Streifenrouten im Nahverkehrssystem tragen zu seiner extrem hohen Erkennungsquote bei. Schließlich sieht er jeden Tag eine schiere Unmenge an Gesichtern. Und die Gauner ahnen nicht, dass ein Superbrain gerade nach ihnen sucht.

Mit dem Geburtstag klappt's aber nicht

Wie talentiert er ist, wurde ihm erst bewusst, als sein Vorgesetzter es ihm erklärte. "Ich dachte es sei normal, bis Inspector Morris mir sagte, ich würde viel mehr Personen identifizieren als irgendjemand anders." Mit allem funktioniert seine Superkraft aber nicht. So sind Daten nicht seine Stärke: "Um Geburts- und Jahrestage muss sich meine Frau kümmern."

Stolz ist er aber allemal: "Ich empfinde es als sehr befriedigend, wenn ich einen Verdächtigen von einem Bild erkennen und verhaften kann. Ich hoffe, es werden in Zukunft noch viele mehr werden."

Adrienne Koleszar Instagram Polizistin


mma
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