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Gerichtsurteil Waffenladen darf "muslimfreie Zone" bleiben


Ein Waffenhändler hat seinen Laden in Florida zur "muslimfreien Zone" erklärt - und darf das nach einem Gerichtsurteil auch weiterhin tun. Dabei ist das Verbot für Muslime nicht die einzige fragwürdige Aktion des Amerikaners.

Mit einem Schild macht Andy Hallinan unmissverständlich klar, dass Menschen muslimischen Glaubens in seinem Laden nicht willkommen sind. Ganz gleich, ob sie - wie er - US-Bürger sind oder nicht. Seine Schusswaffen verkauft er nur an weiße Amerikaner, die nach seiner Auffassung allesamt Christen sind.

Seine Einstellung hält Ladenbesitzer Hallinan auch in mehreren Youtube-Videos fest, in denen er zu Klaviertönen in Moll erklärt: "Ich werde in meinem Geschäft niemanden bedienen, der meine Patrioten-Freunde verletzen will." Während seiner Statements steht er vor der Südstaatenflagge, die in den USA die Truppen repräsentiert, die für die Fortsetzung der Sklaverei kämpften. Auch in Deutschland wird diese Flagge von Rassisten und Rechtsextremen bei Demonstrationen genutzt.

Richter wehren Klage ab

"Florida Gun Supply" heißt sein Geschäft, das in den vergangenen Monaten mehrfach wegen Hallinans fragwürdiger Propaganda in Kritik geraten war. Wegen des Schildes mit der Aufschrift "Muslimfreie Zone" an der Eingangstür schlug dem Patrioten viel Unmut entgegen. Vertreter muslimischer Verbände wie der Rat für Amerikanisch-Islamische Beziehungen verurteilten die Aktion und erinnerten an die Zeit der Rassentrennung, als es Schilder mit der Aufschrift "Nur für Weiße" gab. Dieser Form der "Bigotterie" müsse dringend Einhalt geboten werden. Deshalb ermittelte auch das Justizministerium gegen ihn, wegen Diskriminierung. Das Ergebnis wurde nun in einem Gerichtsurteil verkündet: Hallinans Einlassverbot ist rechtens - zumindest solange kein Muslim ausdrücklich wegen seines Glaubens aktiv aus dem Geschäft komplementiert wird.

"Der Richter begründete damit, dass wir keinen Standpunkt hätten, da niemand von uns je des Ladens verwiesen wurde", sagte ein Vertreter des Rats für Amerikanisch-Islamische Beziehungen  dem Portal "sott.net". Damit wurde die Klage als gegenstandslos bezeichnet. Dennoch könnte der Fall mit dieser Begründung erneut vor Gericht gehen, im Fall, dass ein Muslim klagt, der tatsächlich einmal von Hallinan abgewiesen wurde. Das Schild allein kann nicht verboten werden, solange es sich an einem Laden im Privatbesitz Hallinans befindet.

"Muslimfreie Zone"-Aufkleber neu im Sortiment

Hallinan bietet in seinem Laden inzwischen sogar Aufkleber mit der Aufschrift "MFZ" an. Das stelt für "Muslim Free Zone" - muslimfreie Zone also. Dazu ein Poster mit einem bärtigen Skelett mit Turban und Schusswaffe, dessen Stirn, Brust und Lendenregion zu Zielscheiben deklariert wurden.  Diese Produkte und das Einlassverbot für Muslime sind nicht die einzigen fragwürdigen Aktionen des Ladenbesitzers. Anlässlich des Jahrestages der Terroranschläge von New York am 11. September hatte Hallinan ein besonders skurriles Angebot für seine Kunden.

Mit Rabattcode "Muslim" Preisnachlass auf Waffen

In Anzeigen unter anderem in sozialen Netzwerken warb er mit einem Preisnachlass von 25 Dollar auf jede Schusswaffe - wenn der Kunde im Laden den Rabattcode "Muslim" angibt. Unter dem Anzeigentext prangte ein patriotisches Bild einer im Wind wehenden US-Flagge und der Schrift "Never forget. 09.11.2001" Am Jahrestag selbst selbst verwies der Ladenbesitzer auf Twitter: "Nur zur Erinnerung an 9/11: Mein Laden ist eine #muslimfreiezone" 


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