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Passau und Wittingen: Fünf Tote, drei Armbrüste und jede Menge offene Fragen

Erst sterben in einer Pension in Passau drei Menschen durch Armbrust-Schüsse, dann entdeckt die Polizei zwei Tote in Niedersachsen. Die Todesfälle bleiben mysteriös - was wir wissen und was nicht.

Hinter Flatterband mit "Polizeiabsperrung" steht ein hellgelbes Fachwerkhaus

Auch in Wittingen (Niedersachsen) sind zwei Leichen gefunden worden. Die Polizei hat das Haus anschließend abgesperrt

DPA

Fünf Tote, die an zwei weit voneinander entfernten Orten gefunden wurden: Der Passauer Armbrust-Fall und der Tod von zwei Frauen im niedersächsischen Wittingen geben viele Rätsel auf. Die Ermittler gehen weiter der Frage nach, wie alles miteinander zusammenhängt.

Was wir wissen

  • Wer die fünf Toten waren: Der 53-Jährige und die 33-Jährige waren in einem kleinen Ort im Westerwald in Rheinland-Pfalz gemeldet. Der Mann betrieb im nahe gelegenen Hachenburg einen Mittelalterladen. Die 30-Jährige lebte in Wittingen im Kreis Gifhorn in Niedersachsen und war laut Polizei Verkaufsleiterin in einer Bäckerei. Die 35-Jährige war dort als Grundschullehrerin tätig. Das fünfte Todesopfer ist eine 19-Jährige, die ebenfalls in Wittingen lebte.
  • Die Verbindung der fünf Personen untereinander: Bekannt ist, dass der 53-Jährige und die 33-Jährige an derselben Adresse gemeldet waren. Dort war bis vor zwei Monaten laut Staatsanwaltschaft auch die 30-Jährige gemeldet. Die 35-jährige und die 30-jährige Frau waren ein Paar. Die 19-Jährige lebte auch in deren Wohnung.
  • Die Todesursache der am Samstag im bayerischen Passau gefundenen zwei Frauen und des Mannes: Die Obduktion ergab, dass der Mann und die 33-jährige Frau, die Hand in Hand in einem Bett lagen, jeweils durch einen Schuss ins Herz getötet wurden. Bei der 30-Jährigen, die auf dem Boden lag, war laut Staatsanwaltschaft ein Schuss in den Hals tödlich.
    Drei tote Personen sind in einem Zimmer der Pension in Passau gefunden worden
  • Was sich in dem Passauer Pensionszimmer abgespielt hat, lässt sich nach Angaben der Staatsanwaltschaft anhand des Obduktionsergebnisses zumindest deuten: Demnach hat die 30-Jährige erst die beiden anderen und dann sich selbst erschossen. Die Behörde geht von Tötung auf Verlangen beziehungsweise Suizid aus. 
  • In dem Pensionszimmer fanden die Ermittler zwei Testamente, die von den beiden Personen im Bett stammten. Der Mann und die zwei Frauen checkten am Freitagabend in der Pension ein und nahmen lediglich die drei Armbrüste mit ins Zimmer. Reisegepäck oder Zahnputzzeug fand sich in dem Zimmer laut Staatsanwaltschaft nicht.

Was wir nicht wissen

  • Die Todesursache der in Wittingen gefundenen Frauen: Die Leichen der 19 und 35 Jahre alten Frauen lagen in der Wohnung der 30-Jährigen in Wittingen, die wiederum in Passau starb. Die beiden Leichen wiesen laut Polizei keine Anzeichen äußerer Gewalteinwirkung auf. Pfeile und Armbrüste wurden nicht gefunden.
  • Woher genau sich die fünf Personen kannten - möglicherweise stammten alle fünf ursprünglich aus Rheinland-Pfalz und hatten sich dort kennengelernt.
  • Das Motiv liegt noch völlig im Dunkeln. Warum die vier Frauen und der Mann starben, ist weiterhin unklar.
  • Nicht bekannt ist, welche Art Armbrust die drei Beteiligten in Passau verwendeten. Zumindest eine der drei gefundenen Waffen hatten sie zuvor in Österreich gekauft, wie ein Sprecher der Passauer Staatsanwaltschaft sagte. Das belege eine Quittung. Es habe sich um eine moderne Armbrust gehandelt.
  • Warum der 53-Jährige und seine Begleiterinnen ausgerechnet Passau und speziell diese Pension ausgewählt haben, ist der Staatsanwaltschaft zufolge ein Rätsel. Zuvor waren sie jedenfalls in Österreich. Unklar ist, wie lange sie dort waren und was sie dort gemacht hatten.
tkr / DPA